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·10. Februar 2026
TSG Hoffenheim: Machtkampf ist nur unterbrochen – nicht beendet

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·10. Februar 2026

Nach juristischem Eingreifen bleibt Sport-Geschäftsführer Schicker bei der TSG Hoffenheim. Henssler räumt seinen Posten, Neuwahlen im März sollen Klarheit bringen.
Der Machtkampf bei der TSG Hoffenheim hat einen vorläufigen Sieger: Andreas Schicker bleibt Sport-Geschäftsführer. Christoph Henssler, der als treibende Kraft hinter einer möglichen Abberufung galt, räumt seinen Posten als 2. Vorsitzender des e.V. Das klingt nach Klarheit, ist aber in Wahrheit nur die Ruhe vor dem nächsten Sturm.
Was sich in Hoffenheim abspielt, ist ein Lehrstück darüber, wie Fußballklubs sich selbst zerlegen können. Hier geht es längst nicht mehr um sportliche Fragen, sondern um Macht, Einfluss und die Deutungshoheit über die Zukunft eines Bundesligisten. Dass eine für Montagabend angesetzte Gesellschafterversammlung juristisch unterbunden wurde, spricht Bände. Das Landgericht Heidelberg musste einschreiten, um eine Eskalation zu verhindern. So weit ist es gekommen.
Schicker hat in Hoffenheim bemerkenswerte Arbeit geleistet. Trainer Christian Ilzer und die Mannschaft stehen hinter ihm, ebenso Dietmar Hopp. Der 85-jährige Mäzen fand in der Rhein-Neckar-Zeitung deutliche Worte: Schicker habe eine Spitzenmannschaft geformt, die in ganz Fußball-Deutschland positiv wahrgenommen werde. Wie könne man den Erfolg des Klubs riskieren? Eine berechtigte Frage, die offenbar nicht alle in der Führungsetage interessiert hat.
Hensslers Rücktritt wirkt wie eine Kapitulation, ist aber vermutlich taktischer Natur. Seine Erklärung, der Verein und seine Mitglieder hätten für ihn stets an erster Stelle gestanden, klingt nach Abschiedsrhetorik. Die Realität sieht anders aus: Seit Monaten tobt ein Machtkampf, der die TSG lähmt und von den eigentlichen Aufgaben ablenkt. Dass Henssler eine Ultra-Vergangenheit hat, macht die Gemengelage nicht einfacher. Verschiedene Welten prallen aufeinander.
Nun sollen Frank Engelhardt und der gesundheitlich angeschlagene Jörg Albrecht den Verein für vier Wochen kommissarisch führen. Am 9. März stehen Neuwahlen an. Bis dahin muss die TSG ihre juristische Handlungsfähigkeit sichern – ein Satz, der bei einem Fußballklub eigentlich nicht fallen sollte.
Die Hoffenheimer Krise zeigt, was passiert, wenn persönliche Animositäten wichtiger werden als das gemeinsame Ziel. Schicker mag vorerst im Amt bleiben, aber die Gräben sind tief. Hopp verfügt noch über die Kapitalmehrheit, hat seine Stimmrechtsmehrheit jedoch vor knapp drei Jahren an den e.V. zurückübertragen. Die Machtverhältnisse sind kompliziert, die Interessen unterschiedlich.
Was Hoffenheim jetzt braucht, ist keine weitere Schlammschlacht, sondern Professionalität. Die Mannschaft spielt eine ordentliche Saison, der Trainer arbeitet konzentriert. Doch wie lange hält diese Stabilität, wenn im Hintergrund weiter intrigiert wird? Die Neuwahlen im März werden zeigen, ob die TSG zur Vernunft findet oder der nächste Akt dieses unwürdigen Schauspiels beginnt.
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