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·30. September 2026

Umgeknickt ohne Gegenspieler: Schlotterbeck fällt aus – und Klopps Reha-Plan ist endgültig gescheitert

Artikelbild:Umgeknickt ohne Gegenspieler: Schlotterbeck fällt aus – und Klopps Reha-Plan ist endgültig gescheitert

Herzogenaurach. Es war ein Aufwärmspiel, kein Zweikampf, kein Gegner in der Nähe. Nico Schlotterbeck knickte im Abschlusstraining der Nationalmannschaft um, ging unter Schmerzen zu Boden und blieb mit den Händen vor dem Gesicht liegen. Wenige Stunden später bestätigte der DFB, was die Bilder befürchten ließen: „Nico hat sich heute im Abschlusstraining eine Außenbandverletzung im rechten Sprunggelenk zugezogen und fällt somit für die beiden anstehenden Länderspiele gegen Serbien und Griechenland aus.“

Jürgen Klopp beschrieb den Moment knapp: „Nico ist einfach umgeknickt – ohne Gegner- oder Mitspieler-Einfluss. Das war einfach unglücklich.“


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Dieselbe Verletzung, der andere Fuß

Was den Ausfall für Schlotterbeck besonders bitter macht, ist die Vorgeschichte. Eine ähnliche Verletzung am anderen Fuß hatte er sich bei der Weltmeisterschaft im zweiten Gruppenspiel der deutschen Mannschaft zugezogen. Erst Mitte September gab er sein Comeback für Borussia Dortmund; seit der Verletzung hat er laut Hersfelder Zeitung erst drei Spiele bestritten.

Wie schwer die neue Verletzung ist, ließ der DFB offen. Die Sportschau schreibt, das Außenband sei so schwer verletzt, dass ein Einsatz nicht mehr möglich sei; die dpa spricht von einer „schweren Außenbandverletzung“. Eine Prognose, wie lange der 26-Jährige auch dem BVB fehlt, gibt es nicht.

Der Plan, der nicht aufging

Man muss die Personalie vor dem Hintergrund dessen lesen, was Klopp mit ihm vorhatte. Bei der Kaderbekanntgabe hatte der Bundestrainer erklärt, er wolle Schlotterbeck, Jamal Musiala und Serge Gnabry über die gesamte Länderspielphase bei der Nationalmannschaft behalten – damit sie nach ihren Verletzungen durchgehend betreut werden und im Training bleiben, statt bei ihren Klubs trainingsfreie Tage zu bekommen. Schlotterbeck gehörte deshalb als einer von sechs Spielern beiden Kadern an.

Beim 1:1 in Amsterdam spielte er die volle Distanz. Gegen Griechenland ließ ihn Klopp aus Gründen der Belastungssteuerung aus dem Spieltagskader. Für Serbien galt er sogar als Kandidat für die Kapitänsbinde, weil Joshua Kimmich nicht mehr zum zweiten Aufgebot gehört. Dazu wird es nicht kommen.

Von den drei Spielern, die Klopp bewusst behutsam aufbauen wollte, sind damit zwei verletzt: Musiala mit einem Muskelfaserriss beim Aufwärmen in Amsterdam, jetzt Schlotterbeck im Training. Beide ohne Gegnereinwirkung.

Der dritte Ausfall in einer Woche

Für den Bundestrainer ist es die dritte schwere Personalnachricht binnen einer Woche. Musiala reiste mit einem Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel ab, Kai Havertz mit einer Muskelzerrung. Nun fehlt mit Schlotterbeck der Innenverteidiger, der im Aufbauspiel neben Jonathan Tah für Stabilität sorgen sollte.

Ob Klopp für die beiden verbleibenden Partien nachnominiert, war zunächst offen. Mit Yann Aurel Bisseck steht ein Innenverteidiger bereit, der gegen Griechenland in den Einzelkritiken als einziger Deutscher überzeugte.

Der Druck vor München

Die sportliche Lage macht die Nachricht nicht leichter. Nach dem 1:1 gegen die Niederlande und dem 0:1 gegen Griechenland steht Deutschland mit einem Punkt auf Platz drei der Gruppe A2. Am Donnerstag um 20.45 Uhr kommt Serbien nach München – der Tabellenletzte, bislang ohne Punkt. Am Sonntag folgt das Rückspiel in Thessaloniki.

Mehrere Spieler im zweiten Kader haben keine oder nur geringe Länderspielerfahrung. Klopp hat diese Länderspielphase als Sichtung angelegt. Nach drei Verletzungen in einer Woche sichtet er vor allem eines: wer überhaupt noch zur Verfügung steht.

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