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·13. September 2026
Undav auf der Bank, Pejčinović mit dem Fehlpass, Stiller mit dem Knie: Der VfB verliert in Sinsheim mehr als drei Punkte

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·13. September 2026

Sinsheim. In der 25. Minute lag Angelo Stiller im Hoffenheimer Strafraum, das Knie hatte Ozan Kabaks Knie getroffen, und Schiedsrichter Sven Jablonski ließ weiterspielen. Der Videoassistent meldete sich nicht. Es war die Szene, über die nach dem Spiel am meisten gesprochen wurde – und die am wenigsten erklärt, warum der VfB Stuttgart 1:2 (0:1) verlor. Die Erklärung dafür liefern zwei Ballverluste, zwei Konter und ein Stürmer, der beide Male ruhig blieb: Adam Hložek, Doppelpack, Spieler des Spiels, erster Saisonsieg für Hoffenheim.
Für Stuttgart ist es die zweite Niederlage im dritten Spiel. Drei Punkte, Platz 13, und eine Länderspielpause, die erst nach dem Heimspiel gegen Dortmund kommt.
Sebastian Hoeneß hatte nach dem 3:1 gegen Viking dreimal gewechselt: Hendriks und Vagnoman für Leweling und El Khannouss, dazu Dzenan Pejčinović für Deniz Undav. Der Kapitän, den Hoeneß am Dienstag mit einem „Pflock“ gegen Kritik verteidigt hatte, saß am Samstag draußen. Pejčinović stürmte erstmals gemeinsam mit Ermedin Demirović. Es war eine sportlich begründbare Entscheidung – Demirović hatte gerade einen Dreierpack erzielt, Pejčinović war in der Vorsaison Wolfsburgs bester Schütze – und sie war, im Nachhinein, die falsche.
Das erste Gegentor fiel nach 13 Minuten: Mittelstädt verlor an der Seitenlinie in der Hoffenheimer Hälfte zu leicht den Zweikampf, Bambasé Conté eroberte den Ball, marschierte laut bundesliga.com „über den gesamten Platz“ und legte für Hložek auf – links unten, 1:0. Das zweite fiel in der 67. Minute: Pejčinović spielte vor dem Hoffenheimer Sechzehner einen Fehlpass, Kabak fing ab, Hajdari bediente Daghim, Daghim Hložek. 2:1. Zwei Kontertore, beide nach Stuttgarter Ballverlusten in der gegnerischen Hälfte. Grischa Prömel, Vize-Kapitän und Ex-Hoffenheimer, sagte bei Sky: „Wir machen es dem Gegner zu leicht, Torchancen zu bekommen.“ Die Niederlage „wäre vermeidbar gewesen“.
Das Muster ist nicht neu. Schon gegen Viking hatte die Stuttgarter Defensive bei Umschaltmomenten Räume gelassen, schon gegen Bayern war sie auseinandergefallen. Stimme.de schrieb am Samstag von einer Dreierkette, „die wieder nicht sattelfest wirkte“ und Hoffenheims Offensive „viel Platz bietet“. Der Expected-Goals-Wert erzählt es: 2,82 für Hoffenheim, 2,50 für Stuttgart – zwei Mannschaften, die beide hätten drei Tore schießen können. Eine tat es fast, die andere nicht.
Denn Chancen hatte der VfB genug. Demirović scheiterte zweimal an Oliver Baumann, per Kopf und per Volley. Prömel ebenfalls. Pejčinović verzog nach der Pause knapp und scheiterte in der 63. Minute erneut am Nationaltorwart. Finn Jeltsch setzte einen Schuss aus kurzer Distanz an die Unterkante der Latte. Und dann kam Undav.
Der Kapitän kam in der Schlussphase und hatte laut kicker die klarste Gelegenheit zum Ausgleich – allein am Fünfmeterraum. Statt selbst abzuschließen, legte er quer, unsauber, in den Rücken von Pejčinović. Die Chance war weg. Der kicker nannte es das „Sinnbild“ für die fehlende Kaltschnäuzigkeit und schrieb, Undav „sucht weiter nach seiner Form“. Die Mannschaft stellte sich anschließend hinter ihn. Hoeneß hatte am Dienstag gesagt, wer Undav über Statistiken erklären wolle, habe schon verloren. Am Samstag lieferte Undav eine Szene, die man nicht über Statistiken erklären muss. Man muss sie nur gesehen haben.
Dass Stuttgart überhaupt im Spiel war, lag an einer Szene 60 Sekunden nach dem Wiederanpfiff. Vagnoman zog rechts durch und flankte scharf, Baumann und Vladimír Coufal irritierten sich gegenseitig, der Torwart grätschte den Ball laut Stimme.de „in den Fuß“ von Maximilian Mittelstädt – 1:1. Es war der erste Angriff der zweiten Halbzeit. Und es war der Moment, in dem Stuttgart mehr vom Spiel bekam, ohne mehr daraus zu machen.
Der Ärger nach dem Spiel richtete sich auf die 25. Minute. Stiller und Kabak waren Knie an Knie zusammengeprallt, Stiller blieb liegen, musste später raus – Hoeneß sprach von einem Hämatom, das volle Ausmaß sei unklar. Der Trainer bei DAZN: „Es ist einfach ein klarer Elfmeter. Jeder, der Fußball gespielt hat, weiß, dass Knie an Knie sofort wehtut.“ Jablonski habe ihm gesagt, er habe die Szene selbst nicht richtig gesehen. „Dann hat er jemanden im Keller, der es für ihn sehen kann. Und der ihm zumindest die Möglichkeit gibt, es neu zu bewerten.“ Dass VAR Tobias Welz kurz vor der Pause in einer anderen Strafraumszene sehr wohl eingriff, machte es für Stuttgart schwerer zu akzeptieren. „Das nervt dann auch“, so Hoeneß.
Sportdirektor Christian Wohlgemuth nannte Stiller den „Rhythmusgeber“ der Mannschaft. Ohne ihn, mit dem 19-jährigen Yanik Spalt im Zentrum, fehlte dem VfB laut Get German Football News die Flüssigkeit. Ob Stiller gegen Dortmund fit ist, entscheidet sich in dieser Woche – und kurz vor Klopps erster Nominierung.
Hoffenheim hat unter Christian Ilzer nach zwei 2:3-Niederlagen die ersten Punkte – Hložeks dritter Bundesliga-Doppelpack, Baumanns Paraden, ein Konterplan, der aufging. Für Stuttgart bleibt eine Bilanz, die die Stuttgarter Zeitung aus den Netzreaktionen so zusammenfasste: „Die erste dumme, unnötige Niederlage der Saison.“ Drei Punkte aus drei Spielen sind kein Alarm. Drei Spiele mit wackelnder Abwehr, ein Kapitän ohne Form, ein Neuzugang mit Note 5 und ein Rhythmusgeber mit Knieproblemen – das ist eine Liste, die Hoeneß vor dem Dortmund-Spiel abarbeiten muss. Am Sonntag, 18.30 Uhr, in der MHP Arena.


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