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Till Richter·6. November 2025
🦅 Vom Chaos zum Titelkandidaten! Giardini erklärt den Eagles-Aufschwung

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Till Richter·6. November 2025

Um 14:00 Uhr ist Anstoß im Stadion An der Windmühle im Süden von Berlin. Delay Sports, der selbst gegründete Verein von Elias Nerlich und Sidney Friede, spielt gegen Stern Britz. Nach dem 5:0-Auswärtssieg ist der Arbeitstag für sieben Spieler aber noch nicht vorbei.
Sie müssen noch ins drei Stunden entfernte Hannover zum ersten Spieltag der dritten Icon League Season. Als sie ankommen, bleiben gerade einmal 20 Minuten. Kein Warmmachen. Keine taktische Ansprache. Nur umziehen und auf den Platz.
Dementsprechend sah die Partie dann auch aus. Hektisch, wild und am Ende ein verdientes 7:4 für die Bavarian Clique. „Ein katastrophaler Auftritt mit null Plan“, gibt Emanuele Giardini schonungslos zu.
Dieser Auftritt war typisch für die Eagles und zusammengefasst: sehr wild.
Seitdem haben die Eagles sechs von sieben Spielen gewonnen und stehen auf dem dritten Tabellenplatz. Woher diese Konstanz auf einmal kommt, was sich verändert hat und wie sein Wechsel zusammenkam, erzählte uns Giardini im exklusiven Interview.
Giardini war der Mann in der Offensive der Berlin Underdogs. Jeder Freistoß und jeder Neunmeter gehörte dem Offensivkünstler, den Toni Kroos sogar mit Musiala verglich. In den ersten zwei Seasons bei den Underdogs kam Giardini auf 27 Tore und 14 Vorlagen.
In dieser Saison entschied sich der 29-Jährige dann, den Schritt zu den Fokus Eagles zu gehen. Ausschlaggebend war für ihn, "dass er sich mit den Eagles seit Season Eins am besten verstanden hat". Nach den Spieltagen saß er mit den Eagles oft noch bis nachts im Hotel zusammen und verstand sich auf Anhieb gut. "Das Teamgefüge war gut und ich hatte gute Gespräche", betont Giardini.
Bei den Eagles nimmt der Offensivkünstler eine neue Rolle ein. In den ersten acht Spielen kommt er auf drei Tore (plus zwei weitere während des Rulebreakers ‘5 Shot’, die aber nicht mitgezählt werden) und keine Vorlage, was für seine Verhältnisse wenig ist. Er ist mehr in der Defensive gefordert und das Spiel ist nicht mehr so auf ihn zugeschnitten wie noch bei den Underdogs. Mit seiner Erfahrung stellt er sich nun mehr zurück und hilft dem Team da, wo er am meisten gebraucht wird.

Das große Problem der Fokus Eagles in der letzten Season war, dass sie "7 Tore schossen, dann aber 10 kassierten", stellt Giardini fest. Die Offensive war gut, defensiv waren die Eagles aber anfällig. Zu viele Offensivkünstler und keiner, der hinten für Ordnung sorgt, war oft die Kritik.
Im Spiel gegen die Bavarian Clique kam erneut die Frage nach einem Defensivspezialisten auf. Doch in den darauffolgenden Spielen wurde es immer besser.
Das liegt in Teilen an den Neuverpflichtungen Fatih Baca und Marlon Morgenstern. Baca ist 1,95 Meter groß und kommt mit 25 Jahren schon auf über 100 Regionalliga-Einsätze. Morgenstern spielte zuletzt für Hertha BSC II. Beide sind gelernte Innenverteidiger und bringen mit ihrer Körpergröße und Zweikampfstärke defensive Sicherheit mit.
Doch nicht nur durch diese zwei wurde die Defensivarbeit so viel besser. Entscheidend ist "die Intensität beim Anlaufen", betont Giardini. An der taktischen Grundausrichtung könne nicht viel verändert werden, aber die Power und die Dynamik machen den Unterschied. Zudem schaffen es die Eagles aktuell, diese Intensität gegen jeden Gegner hochzuhalten.
Dadurch ist die Defensive "viel, viel besser geworden", lobt Giardini. Zudem können sich die Offensivkräfte so noch mehr entfalten. Bei einer stabilen Verteidigung muss nicht jede Chance sitzen, und die Eagles müssen nicht immer einem Rückstand hinterherlaufen.
Schon vor der Season war allen bei den Eagles klar, dass "brutale Qualität vorhanden ist", betont Giardini. Doch im Trainingslager ging es dann teilweise "wild" zu. Dem 29-Jährigen fiel auf: "In der Season müssen wir uns raffen."
Das erste Spiel ausgeklammert, sind die Eagles in der Season aber "voll da" und haben die "Qualität, den Schalter umzulegen", erklärt Giardini. Das ist ein großer Unterschied im Vergleich zu den letzten Spielzeiten.
Als Giardini noch bei den Underdogs spielte, hieß es: "Die Eagles spielen wild, die knackst du", verrät der 29-Jährige. Nach den Siegen gegen OneFootball und DNA an den letzten Spieltagen "wird uns jetzt kein Gegner mehr unterschätzen", lobt Giardini. "Es ist schon ein geiles Gefühl, wenn du weißt, dass jeder Gegner dich ernst nimmt."
Mit 19 Punkten und dem dritten Tabellenplatz ist klar: "Wir wollen unter die ersten Vier, um sicher für Wien qualifiziert zu sein", bekräftigt Giardini. Und er ist überzeugt, dass wenn die Eagles dieses Niveau halten, sie es schaffen werden.
In Wien ist dann alles offen, jeder könne gewinnen. Entscheidend ist die Tagesform.









































