Weltmeister Weidenfeller über Klopp: „Wenn du nicht performst, dann schmeiße ich dich raus“ | OneFootball

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·23. September 2026

Weltmeister Weidenfeller über Klopp: „Wenn du nicht performst, dann schmeiße ich dich raus“

Artikelbild:Weltmeister Weidenfeller über Klopp: „Wenn du nicht performst, dann schmeiße ich dich raus“

Kaum einer kennt Jürgen Klopp so gut wie Roman Weidenfeller. Unter Klopp wurde der Torhüter mit Borussia Dortmund zweimal Meister, 2014 dann Weltmeister. Im DAZN-Talk „Never Talk Alone“ spricht er über Klopps XXL-Kader, das neue Leistungsprinzip beim DFB und seine Erwartungen an das Debüt in Amsterdam. Seine Botschaft: Klopp meint jedes Wort genau so, wie er es sagt.

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Andre Schuerrle und Roman Weidenfeller posieren mit dem Weltpokal nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft bei der Rückkehr in Berlin.


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„Du bist meine Nummer eins, aber du musst auch performen“

Weidenfeller erlebte Klopps Führungsstil ab 2008 in Dortmund. „Pass mal auf, Roman, du bist meine Nummer eins. Aber eins sage ich dir: Du musst mit Leistung vorneweg marschieren“, habe Klopp damals zu ihm gesagt. Genau diese Haltung erkennt er nun beim DFB wieder: „Du bist meine Nummer eins, aber du musst auch performen. Und wenn du nicht performst, dann schmeiße ich dich raus.“ Namen spielten bei Klopp keine Rolle. Zunächst genieße aber jeder sein volles Vertrauen.

Wie ernst Klopp das meint, zeigt eine Anekdote aus der Champions League. Nach dem späten Siegtor von Kevin Großkreutz in Marseille saß die Mannschaft abends mit einem Glas Wein im Hotel, als Klopp herüberrief: „Übrigens, ihr drei Jungs, ihr habt am Wochenende Spielpause.“ Alle lachten, doch es war kein Witz. Weidenfeller, Sebastian Kehl und Großkreutz mussten zuschauen. „Was er sagt, setzt er auch um. Da gibt es keine leeren Worte“, sagt Weidenfeller. Besonders hart sei Klopp mit den Führungsspielern umgegangen, damit auch die Nummer 30 merke, was von ihr erwartet wird.

Schluss mit dem Ego-Denken

Vom neuen Bundestrainer erwartet Weidenfeller vor allem, dass er das Team wieder zusammenschweißt. „Mir kam es in den letzten Turnieren und oftmals auch zuvor bei der Nationalmannschaft so vor, als wäre häufig das eigene Ego in den Vordergrund gestellt worden“, sagt er. Klopp werde alles daransetzen, dass jeder den Nationalstolz „nicht nur auf dem Trikot trägt, sondern ihn auch wirklich von innen heraus verkörpert“. Dass die Euphorie nur Inszenierung sei, glaubt er nicht: „Er lebt das wirklich. So ist er einfach.“

XXL-Kader: „Er geht all-in“

Die Nominierung von 44 Spielern hält Weidenfeller für das richtige Zeichen: „Jeder hat die Chance, sich zu beweisen.“ Klopp wolle sich einen Überblick verschaffen und „die Juwelen und Diamanten herausfiltern“, die das Gesicht der Nationalmannschaft in den nächsten Jahren prägen. Als Beispiel nennt er Felix Keidel von der SV Elversberg, der in der vergangenen Saison in der 2. Liga teilweise nicht einmal durchspielte. „Klar stellt man sich da die Frage: Früher hieß es doch immer, man müsse erst zwei oder drei Jahre auf höchstem Niveau performen, um Nationalspieler zu werden. Aber er macht die Tür auf und geht damit auch ein gewisses Risiko ein.“

Das Gerüst stehe trotzdem: Mit Marc-André ter Stegen im Tor, Nico Schlotterbeck und Jonathan Tah in der Abwehr habe Klopp ein Fundament. Gut findet Weidenfeller, dass Klopp die Position von Joshua Kimmich sofort festgelegt hat. „Ehrlicherweise hat Kimmich uns bei der Weltmeisterschaft auf seiner Position hinten rechts auch nicht so geholfen.“ Unter Klopp spielt der Kapitän wieder im Mittelfeld. Auch Karim Adeyemi, der beim FC Barcelona unter Hansi Flick aufblüht, traut er viel zu, wenn er seine Leistung endlich konstant abruft.

Ter Stegen vorn, Baumann vor dem Cut

In der Torwartfrage ist Weidenfeller auf Klopps Linie: Ter Stegen sei die Nummer eins, habe seine Verletzung überwunden und spüre nun das Vertrauen des Bundestrainers, „was für einen Torwart unheimlich wichtig ist“. Dahinter warten Finn Dahmen und Jonas Urbig.

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Manuel Neuer und Oliver Baumann im Gespräch beim Abschlusstraining der Nationalmannschaft vor dem WM-Auftakt in Winston-Salem am 13. Juni 2026. (Alexander Hassenstein / Getty Images)

Für Oliver Baumann, der bei der WM hinter dem zurückgekehrten Manuel Neuer zurückstehen musste, zeigt Weidenfeller Verständnis. „Klar, für Olli war das nicht besonders angenehm, aber so ist das Geschäft nun einmal.“ Nun sehe er einen Einschnitt: „Jetzt gibt es aus meiner Sicht noch einmal einen Cut, auch aufgrund des Alters.“ Bei der nächsten EM wäre Baumann 36, die Zukunft gehöre ter Stegen, Urbig und den Torhütern dahinter. Weidenfeller weiß, wie sich das Warten anfühlt: Klopp hatte ihn 2013 den besten Torwart der Welt genannt, trotzdem kam der Anruf von Joachim Löw erst später.

Klopps Team und die Premiere in Amsterdam

Den Hinweis von Uli Hoeneß, in Klopps Trainerteam stecke viel BVB-DNA, hält Weidenfeller für zu kurz gegriffen. Sven Bender habe auch in Leverkusen gespielt und in Unterhaching gearbeitet, Klopp und Peter Krawietz kämen zuletzt aus Liverpool. Ein eingespieltes Team sei ein Vorteil: „Du brauchst loyale Menschen in deinem Umfeld.“ Auch Klopps Berater Marc Kosicke schätzt er als jemanden, „der für Innovation steht“.

Für das erste Spiel bremst Weidenfeller die Erwartungen. Nach nur vier Trainingstagen warte am Donnerstag in Amsterdam ein „unheimlich schweres Auswärtsspiel“ und ein Hexenkessel. Ein solides Ergebnis traut er Klopp zu, ein Sieg würde die Euphorie vor dem Heimspiel gegen Griechenland in Augsburg weiter anheizen. Dort will Weidenfeller selbst im Stadion sein. „Man wird sicherlich auch schon den Einfluss spüren, den Jürgen Klopp auf die Mannschaft genommen hat.“

Die ersten Spiele unter Klopp

  1. Donnerstag, 24. September 2026, 20.45 Uhr: Niederlande gegen Deutschland in Amsterdam, live bei RTL
  2. Sonntag, 27. September 2026, 20.45 Uhr: Deutschland gegen Griechenland in Augsburg, live in der ARD

Die Startelf gibt es vor dem Anpfiff unter Aufstellung Deutschland heute, den kompletten Kader in unserer Übersicht zum aktuellen DFB-Kader. Die übrigen Partien der Nations League zeigt DAZN, insgesamt 100 Spiele zwischen dem 24. September und dem 6. Oktober. Alle Sender im Überblick: Wer überträgt die UEFA Nations League im TV? Das komplette Gespräch mit Weidenfeller läuft im DAZN-Format „Never Talk Alone“ auf YouTube.

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