Wer ist Youssoupha Niang? – Ein Spielerprofil | OneFootball

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·27. August 2026

Wer ist Youssoupha Niang? – Ein Spielerprofil

Artikelbild:Wer ist Youssoupha Niang? – Ein Spielerprofil

Mit Youssoupha Niang hat der FC St. Pauli einen dynamischen und abschlussstarken Offensivspieler leihweise vom 1. FC Köln verpflichtet, der richtig gut sein kann – wenn er denn fit ist.(Titelfoto: FC St. Pauli)

Youssoupha Niang ist bereits der siebte Neuzugang des FC St. Pauli in diesem Sommer. Zuvor waren bereits die Mittelfeldspieler Sam Klein und Gísli Thórdarson verpflichtet worden, der Offensivspieler Branimir Hrgota, der Außenverteidiger Rony Jansson, der Innenverteidiger Marcus Mathisen und der Torhüter Dimitar Mitov. Niang dürfte vorrangig als zentrale Spitze oder offensiver Außen beim FC St. Pauli zum Einsatz kommen.


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The Story So Far

Youssoupha Niang wurde im März 2006 in Bonn geboren. Bis 2019 spielte er für den Bonner SC Fußball, ehe es für ihn mit gerade einmal 13 Jahren ins Nachwuchsleistungszentrum des 1. FC Köln ging. Er scheint seine Sache dort ganz gut gemacht zu haben. Schließlich durchlief er sämtliche Jugendteams und war auch überall erfolgreich, wenngleich er aufgrund diverser Verletzungen in allen Saisons vergleichsweise wenig Einsatzminuten sammelte (unter anderem fiel er ein halbes Jahr wegen einer Hüftverletzung aus). Niang erzielte für die U17 in der Saison 22/23 elf Treffer in elf Partien, kam damals auch bereits bei der U19 zum Einsatz. Auch dort konnte er glänzen, kam verletzungsbedingt allerdings nur auf sieben Einsätze in der Saison (drei Treffer). Die Saison 24/25 war dann hingegen so etwas wie der interne Durchbruch von Niang. Zwar blieb er auch in dieser Spielzeit nicht verletzungsfrei, doch er kam auf insgesamt 18 Einsätze in Pokal und Meisterschaftsrunden für die U19 (neun Treffer) und feierte am Saisonende den Gewinn der Meisterschaft, zu der er unter anderem mit einem Doppelpack im Finale gegen Leverkusen beigetragen hatte.

Diese Leistungen wurden bereits ein paar Monate vorher belohnt: Im Januar 2025 verlängerte der 1. FC Köln den Vertrag mit Youssoupha Niang. Knapp ein Jahr später stand er erstmals in der Bundesliga für den Effzeh auf dem Rasen. Denn in der Saison 25/26 versuchte sich Niang am Übergang vom Jugend- in den Herrenbereich. Am Ende kam er für die 2. Mannschaft der Kölner in der Regionalliga West auf vier Einsätze (drei Treffer) und in der Bundesliga auf zehn Einsätze, zwei davon in der Startelf. Es hätten wohl deutlich mehr sein können, aber in der Hinrunde musste er aufgrund einer Schulterverletzung und eines Muskelrisses jeweils rund zwei Monate pausieren. Nun ist die Konkurrenz in Köln mit Spielern wie Ragnar Ache, Thijs Dallinga, Saïd El Mala, Luca Waldschmidt und Jan Thielmann auch einfach sehr, sehr groß. Da er mit seinen Leistungen in der U21 der Kölner aber zeigte, dass die Regionalliga West etwas zu klein für ihn ist, wird nun mit der Leihe zum FC St. Pauli der nächste Schritt gewagt.

Das sagt der Experte

Um Youssoupha „Youss“ Niang, von dem ich übrigens kein Insta-Profil gefunden habe (Edit: Aber ich habe wohl einfach nicht gut genug gesucht. Das hier soll es sein), etwas besser kennenzulernen, hört und schaut ihn euch doch selbst mal an. Hier findet ihr ein Highlight-Video von ihm. Und in der Vorbereitung machte er mit einem Doppelpack für Köln auf sich aufmerksam und stand danach auch im Club-TV Rede und Antwort.Zudem hatten wir die Möglichkeit, mit Thomas Reinscheid, einem Kölner Sportjournalisten (u.a. effzeh.com), zu sprechen und ihm ein paar Fragen zum Neuzugang des FC St. Pauli zu stellen.

Moin Thomas, Youssoupha Niang wechselt zum FC St. Pauli. Passt dieser Wechsel aus Deiner Sicht?

Thomas Reinscheid (TR): Aus Kölner Sicht definitiv: Ein Spieler, der bereits gezeigt hat, dass er die Anlagen hat, ein Bundesliga-Profi werden zu können, erhält nun die Chance, auf Zweitliga-Niveau Spielpraxis zu sammeln. Spötter würden zwar sagen, dass das ja auch in Köln der Fall sein könnte, aber hier käme er in der Hierarchie hinter Ragnar Ache im Zentrum und anderen wie Saïd El Mala auf den Außen eher nur für Kurzeinsätze infrage. Und obwohl ich trotz privater Verpflichtungen nur wenig St. Pauli geschaut habe, wage ich zu behaupten: Vorne hapert es dann doch etwas bei euch, so dass das für alle Seiten passen könnte.

Was sind die Stärken von Niang auf dem Platz?

TR: Er ist auf jeden Fall ein Spieler, der sein Herz auf dem Platz lässt und sich in vorderster Front in die Zweikämpfe wirft. Niang hat das gewisse Tempo, so dass er im Sturmzentrum wie als Außenstürmer zum Einsatz kommen kann. In der Vorbereitung gegen zugegeben eher tieferklassige Gegner hat mich aber vor allem sein Gespür für Tiefenläufe und die entsprechenden Räume beeindruckt. Dazu sucht er zuverlässig (und auch qualitativ oft gut) den Abschluss. Das Potenzial ist also da!

In welchen Bereichen kann er sich noch verbessern?

TR: Körperlich ist er sicherlich noch jemand, der im Profibereich ankommen muss. Das liegt auch, aber nicht ausschließlich an einigen Verletzungen, die er bereits erlitten hat. Um als alleiniger Stoßstürmer in einer so robusten Spielklasse wie der 2. Bundesliga zu überzeugen, braucht es in meinen Augen noch ein bisschen Muskelmasse auf den Rippen. Ansonsten wirkt er im Kombinationsspiel noch sehr roh, da ist er mitunter doch noch sehr unsauber und hektisch unterwegs. Auch in der Luft ist für ihn trotz seiner Größe doch noch Luft nach oben.

Niang kam in Köln sowohl als zentrale Spitze, aber auch als Rechtsaußen zum Einsatz. Welche Position passt ihm besser?

TR: Wenn er im Zentrum Unterstützung hat (und die Spielanlage nicht „hoch und weit bringt Sicherheit“ ist), dann sehe ich ihn eher als Mittelstürmer – gerade durch seinen Zug zum Tor und seinen Abschluss. Für die Außen bringt er die nötige Geschwindigkeit mit, ist aber weniger der Techniker oder der Dribbler, der vielleicht auf den Positionen bevorzugt wird. Wenn man da aber einen eher geradlinig agierenden Spielertyp haben will, dann ist er dort sicherlich keine verkehrte Option.

Auffällig ist die üppige Verletzungshistorie von Youssoupha Niang. Ist er ein verletzungsanfälliger Spieler? Und würdest Du sagen, dass diese vielen Verletzungen dafür sorgten, dass ihm bisher noch nicht so richtig der Durchbruch in der Bundesliga gelang?

TR: Offenbar schon. Auch im ersten A-Jugend-Jahr hatte er einige Zeit gefehlt, daher dürfte eine gewisse Anfälligkeit leider im Paket mit inbegriffen zu sein. Es waren vergangenes Jahr vor allem zwei heftige Verletzungen, die ihn zurückgeworfen haben. Gerade die Schulterverletzung war ärgerlich, denn Youssoupha kam als U19-Meister zu den Profis und hatte im Verlauf der Vorbereitung im damaligen Coach Lukas Kwasniok einen echten Fan gefunden. Als er dann den Anschluss wieder gefunden hatte, setzte ihn die Muskelgeschichte außer Gefecht. Sonst hätte er vermutlich in der vergangenen Saison schon deutlich mehr Spielzeit bei den Profis gesammelt. Hoffentlich holt er das nun am Millerntor nach – vielleicht gucke ich dann sogar öfters zu!

Vielen Dank für Deine Einschätzung, Thomas!

Artikelbild:Wer ist Youssoupha Niang? – Ein Spielerprofil

Youssoupha Niang besitzt enorm viel Tempo und Zug zum Tor und wird in dieser Spielzeit hoffentlich auch im Trikot des FC St. Pauli unter Beweis stellen.

(Christof Koepsel/Getty Images/via OneFootball)

Das sagt das Global Soccer Network

Die Scouting-Experten vom Global Soccer Network sehen das Positionsprofil von Youssoupha Niang etwas anders. Zwar wird betont, dass Niang „kein klassischer breiter Flügelspieler“ sei, aber er sei eben doch primär ein Außenstürmer, am besten auf der rechten Seite. Weil er über eine hohe individuelle Durchschlagskraft verfüge. Wenn er mit Tempo auf Gegenspieler zulaufen könne, kommen seine Stärken (hohe Dynamik und Athletik, Kreativität und vertikale Spielweise) am besten zur Geltung. Doch Niang könne laut GSN auch im Sturmzentrum spielen. Dann aber eher als beweglicher und dynamischer Angreifer, weniger als klassischer Zielspieler. Dass er zusätzlich auch als Linksaußen spielen könne, erhöhe seinen Wert für Teams deutlich, so GSN.

Starkes 1-gegen-1, ausbaufähige Übersicht

Zu den Stärken von Niang zählt das Global Soccer Network entsprechend seines Positionsprofils jene Dinge, die ihn zu einem guten Flügelspieler machen: Sein offensives 1-gegen-1, bei dem er von seinem Antritt, seiner Technik, seinem Tempo und seiner Beweglichkeit profitiere und diese Duelle nicht nur mit Geschwindigkeit löse. Diese Fähigkeit, so GSN, sei für den FC St. Pauli wertvoll, „weil sie Möglichkeiten schafft, auch kompakte Defensivstrukturen ohne vorherige Überzahlsituation aufzubrechen.“Zudem zählt das Global Soccer Network unter anderem den ersten Kontakt, das Antizipationsvermögen („Erkennt offensiv früh, wo Räume entstehen können.“), Kreativität („Niang kann über Dribblings, spontane Bewegungen und unerwartete Richtungswechsel Situationen verändern.“), Intensität und Zweikampfstabilität („Er besitzt ausreichend Substanz, um den Ball auch bei Kontakt zu behaupten.“) zu den Stärken von Youssoupha Niang.

Die größten Entwicklungsfelder habe Niang im Passspiel, egal ob flach oder hoch. Seine Flankenqualität ist nicht auf kontant hohem Niveau, seine Pässe auf engen Räumen ausbaufähig. Zudem gelinge es ihm nicht, das Niveau während einer Partie dauerhaft zu halten. Und in dynamischen Situationen fehle es ihm an Übersicht, was dazu führt, dass die Entscheidungsfindung laut Global Soccer Network das wichtigste Entwicklungsfeld ist: „Niang besitzt viele physische und technische Werkzeuge, nutzt sie aber noch nicht in jeder Situation optimal. Nach erfolgreichen Dribblings muss er genauer erkennen, wann der direkte Abschluss, ein Querpass, eine Verlagerung oder ein weiteres Dribbling sinnvoll ist.“Der aktuelle GSN-Index von Youssoupha Niang liegt bei 55,6 (durchschnittliche Zweitligaqualität), sein möglicher Index wird mit 67,7 angegeben, er ist also deutlich höher.

Ein untypischer, aber hochspannender Transfer

Beim FC St. Pauli wird Youssoupha Niang nun versuchen, endgültig im Herrenbereich anzukommen. Dass solche Leihgeschäfte von Offensivspielern aus der Bundesliga in die zweite Liga für alle Seiten ein Gewinn sein können, dafür gibt es etliche Beispiele in der 2. Bundesliga. Allein in Fürth fallen mir sofort drei solcher Geschichten ein (Futkeu, Ache, Sieb). Auch der FCSP hat mit solchen Leihgeschäften aus der Bundesliga schon gute Erfahrungen gemacht, wenngleich die Zeit von Daniel Ginczek schon ein paar Jahre her ist.Klar ist aber natürlich auch, dass ein Leihgeschäft ohne vereinbarte Kaufoption auch immer dazu führen kann, dass der Club, bei dem der Spieler seinen Durchbruch schaffte, am Ende mit leeren Händen dasteht (wenngleich die Leistungen des Spielers an sich für den Club natürlich schon eine Hilfe sein können). Das ist aber vermutlich der Preis, der gezahlt werden muss, um solch hoch veranlagte Spieler wie Niang überhaupt zu sich in die 2. Liga lotsen zu können.

Mittelstürmer, kein Hrgota-Ersatz

Augrund seiner Fähigkeiten wird Youssoupha Niang Druck auf die Herren Hara, Jones, Kaars und bald wieder Ceesay machen. Wie groß dieser Druck ist und ob es ziemlich schnell, im Verlauf der Saison oder gar nicht dazu kommen wird, dass Niang eine andere Rolle als die des Herausforderers zukommt, ist völlig offen. Sicher ist hingegen, dass er kein Spieler ist, der die Hrgota-Position einnehmen könnte. Niang dürfte für den FC St. Pauli hauptsächlich eine neue Option auf den beiden Mittelstürmer-Position sein und wird eher situativ die Position des Rechtsaußen bespielen. Das betont auch Andreas Bornemann, der erklärt: „Youssoupha ist ein physisch starker Spieler, der unsere Möglichkeiten in der Offensive nochmals deutlich erweitert, weil er sowohl im Sturmzentrum als auch auf dem Flügel agieren kann“. Allerdings gibt es nun mit Banks und eben Niang zwei Spieler im Kader, die auf den offensiven Außenbahnen agieren könnten, was dem FCSP weitere Optionen öffnet (wenngleich Niang laut Thomas schon deutlich besser ins Angriffszentrum passt). Wie sich das Gefüge in der Offensive des FC St. Pauli durch den Niang-Transfer verschieben wird, ist völlig unklar. Doch durch die Verpflichtung von Niang und die Rückkehr von Ceesay ins Training ist der Kader auf den Offensiv-Positionen ziemlich üppig besetzt, der Konkurrenzkampf dürfte sehr groß werden.

Youssoupha Niang ist ein hochspannender, aber auch ziemlich untypischer Transfer für den FC St. Pauli. Denn in den letzten Jahren wurde bei Verpflichtungen immer sehr genau darauf geachtet, dass Spieler möglichst nicht oft verletzt sind. Die Verletzungshistorie von Niang könnte daher eigentlich bereits eine „Red Flag“ für den FCSP sein. Ist sie aber offensichtlich nicht gewesen. Somit geht der FC St. Pauli ein gewisses Risiko ein, da ein verletzter Spieler dem Team natürlich so gut wie gar nicht weiterhelfen kann und er damit nicht das sein kann, was man sich von Leihspielern erhofft. Aber sollte Niang verletzungsfrei bleiben und seine Entwicklung so weitergehen wie zuletzt, dann könnte er eben ziemlich schnell ziemlich wertvoll für den FCSP werden. High Risk, High Reward.Herzlich Willkommen am Millerntor, Youssoupha Niang!// Tim

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