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·23. September 2026
Wie Seitz den SVWW wieder in die Erfolgsspur bringen will

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Mit nur fünf Punkten aus sieben Spielen läuft der SV Wehen Wiesbaden seinen Erwartungen bislang hinterher. Die Wende soll nun Jochen Seitz einleiten. Bei seiner Vorstellung als neuer Cheftrainer erklärte der 49-Jährige, an welchen Stellschrauben er in den kommenden Wochen drehen will. Unterstützung erhält er dabei von Sport-Geschäftsführer Uwe Stöver, der trotz des Fehlstarts weiterhin an die Qualität des Kaders und die ambitionierten Saisonziele glaubt.
Etwas mehr als eine Woche ist es her, dass sich die Hessen von Daniel Scherning getrennt hatten. Warum die Wahl bei der Suche nach einem Nachfolger auf Jochen Seitz gefallen ist, erklärte Sport-Geschäftsführer Uwe Stöver bei der Vorstellung des 49-Jährigen am Mittwoch ausführlich. Entscheidend sei gewesen, einen Trainer zu finden, "der uns in dieser Situation stabilisiert, der aber auch in der Lage ist, uns aus dieser Situation heraus perspektivisch in höhere Tabellenregionen führen kann. Möglichst schon bis Weihnachten", so Stöver. Genau diesen Eindruck habe Seitz im Auswahlprozess hinterlassen.
Stöver verwies zudem auf zahlreiche Beispiele aus der 3. Liga, in denen Mannschaften trotz schwieriger Ausgangslagen noch den Weg nach oben gefunden hätten. Auch deshalb sei man weiterhin überzeugt, die sportlichen Ziele erreichen zu können. "Wir glauben an unseren Kader, wir glauben an die handelnden Personen." Die anstehende Länderspielpause komme dabei gelegen. Sie gebe dem neuen Trainer die Möglichkeit, in Ruhe mit der Mannschaft zu arbeiten. Zudem seien noch 31 Ligapartien zu absolvieren. Der Weg sei zwar lang, aber noch längst nicht zu Ende.
Für Seitz selbst ist die Aufgabe aus mehreren Gründen reizvoll. Einerseits habe ihn die Perspektive in der 3. Liga angesprochen, nachdem er zuletzt ausschließlich in der Regionalliga tätig gewesen war. "Der Weg in die 3. Liga war daher der logische Schritt." Andererseits sieht er in der Mannschaft deutlich mehr Potenzial, als die Tabelle derzeit widerspiegelt. Gleichzeitig sehe er eine Mannschaft, "die besser positioniert sein müsste, als sie momentan steht", so Seitz, der mit Lok Leipzig zuletzt zweimal Meister in der Regionalliga Nordost wurde, den Aufstieg aber dennoch verpasste. Für einen dritten Anlauf fehlte ihm die Kraft.
In den kommenden zweieinhalb Wochen bis zum Auswärtsspiel beim FC Ingolstadt will Seitz nun vor allem an den Grundlagen arbeiten. "Wir müssen eine gewisse Struktur reinbringen und hart arbeiten, um erfolgreich in die zweite Phase der Hinrunde zu starten", so der 49-Jährige, der sich als "familiärer Mensch" bezeichnete. Zwar gebe es "einige Dinge, die wir definitiv verbessern müssen", dennoch wolle er zunächst unvoreingenommen an die Aufgabe herangehen. Ein Trainerwechsel eröffne neue Chancen: "Wenn ein neuer Trainer kommt, hat jeder Spieler die Chance, in die erste Elf zu rücken."
Inhaltlich sieht Seitz vor allem in der Defensive großen Handlungsbedarf. Die Anzahl der Gegentore (13) sei ein wesentlicher Grund für die aktuelle Tabellenlage. Zu große Abstände zwischen den Mannschaftsteilen, Fehler im Anlaufverhalten und Defizite im Umschaltspiel hätten sich in den bisherigen Saisonspielen immer wieder bemerkbar gemacht. Gerade das Verteidigen im eigenen Strafraum müsse verbessert werden. "Da müssen wir einfach näher am Mann stehen." Künftig sollen die Spieler aggressiver verteidigen und die Räume konsequenter schließen. Darüber hinaus fordert Seitz mehr Intensität und Konsequenz in den Zweikämpfen. "Wir brauchen eine hohe Intensität in unserem Spiel, wir brauchen eine gewisse Zweikampfhärte." Diese Grundlagen müssten zunächst stimmen, ehe weitere Inhalte aufgebaut werden könnten.
Auch offensiv sieht der 49-Jährige Verbesserungsmöglichkeiten. Zu häufig sei der Ball bislang ohne echten Raumgewinn quer durch die eigenen Reihen gelaufen. Stattdessen wünsche er sich ein deutlich zielgerichteteres Spiel. "Ich will einen leidenschaftlichen, emotionalen Fußball sehen", kündigte Seitz an. Seine Mannschaft solle schneller den Weg zum gegnerischen Tor suchen und sowohl nach Ballgewinnen als auch nach Ballverlusten konsequenter umschalten. Bei der Chancenverwertung spiele zudem der Kopf eine wichtige Rolle. Die Spieler müssten sich durch Training wieder Selbstvertrauen erarbeiten.
Trotz lediglich fünf Punkten aus den ersten sieben Ligaspielen sieht Stöver indes keinen Anlass, die Saisonziele nach unten zu korrigieren. Die Verantwortlichen seien sich der schwierigen Situation bewusst, würden aber weiterhin an die Qualität des Kaders glauben. "Wir bleiben weiterhin ambitioniert", stellte der Sport-Geschäftsführer klar. Zwar sei die bisherige Ausbeute "alles andere als schön", doch die Saison sei noch lang. "Abzuschenken, dafür ist es mir bei weitem zu früh."
Besonders überzeugt zeigt sich Stöver von der Qualität des Aufgebots. Datenbasierte Analysen würden den SVWW weiterhin in der Spitzengruppe der Liga sehen. "Wir haben nominal den drittbesten Kader in dieser Liga und effektiv auch den drittbesten Kader in dieser Liga." Das Problem sei daher nicht die Qualität der Spieler, sondern die bislang fehlende Ausschöpfung des vorhandenen Potenzials. "Wir spielen nicht am Limit. Das ist meine feste Überzeugung. Ich glaube, es steckt wesentlich mehr drin, als das, was wir im Moment sehen." Nun liege es an Seitz, genau dieses Potenzial auf den Platz zu bringen.















