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·13. September 2026
Zwölf Trainer in zwölf Jahren: Valencia feuert Corberán, Gourlay und alles dazwischen – und Peter Lim bleibt

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·13. September 2026

Um kurz nach zwei Uhr in der Nacht zum Samstag rollten die Mannschaftsbusse des FC Valencia auf das Trainingsgelände in Paterna. Rund 200 Fans hatten dort seit Stunden gewartet, nach dem 0:1 in Sevilla, nach dem 0:5 gegen Barcelona, nach einem Punkt aus fünf Spielen. Sie riefen „Söldner“, sie forderten den Rauswurf des Trainers, die Polizei musste die Spieler abschirmen. 37 Stunden später war Carlos Corberán entlassen. Und mit ihm Ron Gourlay, der CEO für Fußball, und dessen komplettes Team: Lisandro Isei, Hans Gillhaus, Andrés Zamora, Malek Shafei. Fünf Spieltage, sechs Personen, eine ganze sportliche Struktur.
Die Bilanz erklärt den Zeitpunkt, nicht die Dimension. 0:0 gegen Celta, 0:1 gegen Betis, 1:3 beim Aufsteiger Deportivo, 0:5 zu Hause gegen den Meister, 0:1 in Sevilla. Ein Punkt, Tabellenletzter, der schlechteste Saisonstart, den der sechsfache Meister je hatte. Nach dem Barça-Spiel hatte Mestalla protestiert – gegen die Mannschaft, gegen den Transfersommer, gegen den Eigentümer. Nach Sevilla verlagerte sich der Protest auf den Parkplatz.
Corberán, 43, aus Cheste bei Valencia, hatte den Klub im Dezember 2024 vom letzten Platz übernommen und in der Rückrunde Champions-League-Zahlen gespielt. In der Vorsaison wiederholte er das Kunststück: eine Hinrunde am Abgrund, eine Rückrunde mit Europapokal-Punkteschnitt, am Ende Platz neun. COPE nennt es zwei Wunder. Das dritte hätte innerhalb von drei Spielen passieren müssen – Sevilla, Alavés, Real Sociedad bis zur Länderspielpause. „Nur ein Wunder“, so lautete laut COPE die interne Losung. Es kam keines.
Ron Gourlay, Schotte, vorher bei Al-Ahli in Saudi-Arabien und Freund von Peter Lim, hatte Corberáns Vertrag am 6. Juli vorzeitig bis 2028 verlängert. Am 3. September, nach dem 0:5, verteidigte er ihn auf einer Pressekonferenz. Am 13. September war er selbst weg. El Desmarque beschreibt die Kaskade: Erst fiel die Entscheidung gegen Corberán, dann prüfte man die sportliche Leitung, und am Ende ergab es keinen Sinn, den Mann zu halten, der beides zu verantworten hatte – den Trainer und den Transfersommer, den die Kurve „insuficiente“ nannte.
Der Kahlschlag kostet. Corberán und sein Staff verdienten drei Millionen Euro im Jahr, der Vertrag lief bis Juni 2028: rund sechs Millionen Abfindung, für einen Klub, der laut Goal noch die Abfindung von Vorgänger Rubén Baraja abstottert. Der Trost: knapp vier Millionen Euro werden im Financial-Fair-Play-Rahmen frei – für den nächsten Trainer.
Was den Vorgang von einer gewöhnlichen Entlassung unterscheidet, ist die Zahl, die VAVEL nennt: Corberán ist der zwölfte Trainer, den Peter Lim seit seiner Übernahme 2014 entlassen hat. Zwölf Jahre, zwölf Trainer. Dazwischen Sportdirektoren, CEOs, Präsidenten. Die Proteste gegen den Eigentümer aus Singapur sind so alt wie seine Amtszeit – „Lim go home“ ist in Mestalla ein Dauerzustand, nicht eine Reaktion. Was sich diesmal geändert hat, ist die Reichweite der Konsequenz: Zum ersten Mal trifft es nicht nur die Bank, sondern die gesamte Ebene darüber. Was sich nicht geändert hat, ist die Ebene darüber.
Kiat Lim, der Sohn des Eigentümers, saß beim 0:5 gegen Barcelona im Stadion und verfolgte das Spiel in Sevilla, bevor er am Montag nach Singapur zurückreist. Die Entscheidung fiel, so El Desmarque, nach Gesprächen „mit verschiedenen relevanten Personen aus der Fußballwelt“. Der Klub spricht in seinem Statement von einer „neuen Phase in seiner sportlichen Struktur“, die „demnächst“ vorgestellt werde.
Óscar Sánchez, Trainer der Reserve Valencia Mestalla und zuvor Meister mit der A-Jugend, übernimmt interimsweise. Sein erstes Spiel: Dienstag, 20 Uhr, bei Alavés, mit neun verletzten Spielern. Für die Nachfolge nennt COPE ein Profil, keinen Namen: ein Trainer mit LaLiga-Erfahrung. Als möglicher neuer Sportdirektor wurde Ramón Planes in Mestalla gesehen, der früher bei Betis, Getafe und Barcelona arbeitete.
Und das Stadion? Peter Lim hat in dieser Woche das Nou Mestalla besucht, die seit 2009 unfertige Arena, die inzwischen weitergebaut wird. Es ist das Symbol für alles, was in Valencia gleichzeitig wahr ist: ein großer Klub, ein großer Plan, ein Eigentümer, der beides seit zwölf Jahren verwaltet, und Fans, die um zwei Uhr nachts auf dem Parkplatz stehen, weil sie sonst niemand hört. Corberán und Gourlay sind weg. Das Problem, das sie ersetzen sollten, ist geblieben.







































