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·30 June 2026

Nagelsmann Entlassung überfällig? – Warum sein Trotz dem DFB den Neuanfang raubt

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Es ist ein sportlicher Offenbarungseid, der sich nahtlos in die dunkelsten Kapitel der jüngeren deutschen Fußballgeschichte einreiht. Besonders die Debatte um die mögliche Nagelsmann Entlassung bewegt derzeit viele Fans. Nach den Vorrunden-Pleiten 2018 in Russland und 2022 in Katar hat die deutsche Nationalmannschaft beim XXL-Turnier in Nordamerika das nächste historische Fiasko perfekt gemacht.

Das bittere Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay besiegelt den dritten brutalen Knockout in Serie vor dem Erreichen der Runde der besten 16. Doch während das Land fassungslos vor den Trümmern des einstigen Vorzeige-Teams steht, zeigt sich der Hauptverantwortliche unbeeindruckt. Julian Nagelsmann denkt gar nicht daran, den Platz zu räumen.


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„Ich möchte es weitermachen. Ich stehe zur Verfügung. Ich bin keiner, der wegläuft. Das ist ausgeschlossen“, tönte ein sichtlich trotziger Bundestrainer kurz nach dem Elfmeter-Drama im Stadion von Foxborough in die Mikrofone. Was Nagelsmann als Charakterstärke und Verantwortung verkaufen will, wirkt angesichts des sportlichen Offenbarungseids eher wie pure Sturheit. Zudem zeigt sich eine unangebrachte Selbstüberschätzung. Wer nach einem solchen Desaster so tut, als sei ein „Weiter so“ die einzig logische Option, hat den Ernst der Lage nicht begriffen.

Einsame Entscheidungen und kommunikative Eigentore

Kritiker hatten bereits vor dem Turnier gewarnt, dass Nagelsmanns Kurs immense Risiken birgt. Der 38-Jährige, der einst als „Wunschlösung“ angetreten war, verrannte sich zunehmend in eigenwilligen Personalentscheidungen. Ob es die maximal unglücklich moderierte Torwart-Debatte, die riskante Berufung von formschwachen Akteuren wie Leroy Sané oder das überstürzte Setzen auf unerfahrene Turnierneulinge in der Schaltzentrale war: Nagelsmanns Matchplan wirkte wie ein hochmütiges Experiment. Es spielte sich auf der größten Bühne der Welt ab.

Der Coach agierte oft unbedarft, wirkte in der Kommunikation dünnhäutig und schaffte es nicht, der Mannschaft in den entscheidenden Momenten Stabilität zu verleihen. Die Quittung gab es auf dem Platz.

Die Rufe nach Konsequenzen werden deshalb immer lauter – und sie kommen prominent besetzt daher. Kein Geringerer als Mats Hummels fand in seiner Rolle als TV-Experte deutliche Worte. Er forderte bereits unverblümt den Rücktritt des Bundestrainers.

Hummels sprach aus, was Millionen Fans denken: Dieser Nationalmannschaft fehlt es unter Nagelsmann an Führung, Struktur und einer klaren Identität. Ein personeller Befreiungsschlag auf der Trainerbank scheint unausweichlich. Nur so lässt sich der Karren vor der EM 2028 wieder aus dem Dreck ziehen.

Die juristische Falle: Hat sich der DFB verzockt?

Doch genau hier beginnt das eigentliche Dilemma des Deutschen Fußball-Bundes. Der Verband, angeführt von Sportdirektor Rudi Völler, hatte Nagelsmanns Vertrag vorzeitig bis nach der EM 2028 verlängert. Zwar sickerte durch, dass das Arbeitspapier eine sogenannte „Reißleinen-Klausel“ enthält – doch diese ist offenbar ein juristischer Fehlschuss. Berichten zufolge greift das Sonderkündigungsrecht für den DFB nämlich nur bei einem expliziten Gruppenaus.

Weil die Nationalmannschaft beim reformierten Modus zwar die Gruppenphase überstand, sich dann aber direkt in der ersten K.-o.-Runde (dem Sechzehntelfinale) blamierte, ist völlig unklar, ob der DFB den Coach überhaupt ohne horrende Abfindungen vor die Tür setzen kann. Der Verband hat sich durch diesen Vertrag quasi selbst die Hände gebunden.

Fazit: Gefangen in der Komfortzone

Anstatt Größe zu zeigen und den Weg für einen echten Kulturwandel freizumachen, klammert sich Nagelsmann an seinen Posten. Er schiebt den schwarzen Peter dem Verband zu: „Wenn man das nicht möchte, muss man das sagen“, so seine Botschaft. Er selbst sieht sich nicht in der Pflicht.

Diese Haltung ist fatal. Nach drei verpatzten Weltmeisterschaften in Folge braucht der deutsche Fußball keinen Bundestrainer, der aus verletztem Stolz „nicht weglaufen“ will. Er braucht einen Architekten, der Fehler eingesteht und Platz für frische Ideen macht. Solange Nagelsmann und der DFB jedoch in ihrer vertraglichen Zweckgemeinschaft gefangen bleiben, droht der Nationalmannschaft das nächste verlorene Jahrzehnt.

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