Präsident Herbert Hainer: „Bleibendes entsteht durch Taten“ | OneFootball

Präsident Herbert Hainer: „Bleibendes entsteht durch Taten“ | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: FC Bayern München

FC Bayern München

·2 January 2026

Präsident Herbert Hainer: „Bleibendes entsteht durch Taten“

Article image:Präsident Herbert Hainer: „Bleibendes entsteht durch Taten“

Die Aussegnungshalle bot nicht genug Platz; viele der rund 200 Trauergäste trotzten dennoch draußen dem eisigen Schneetreiben. Vertreterinnen und Vertreter aus sage und schreibe 17 Vereinen, denen Peter Kupferschmidt zeit seines Lebens angehört hatte, waren gekommen, dazu unter anderen FC Bayern-Präsident Herbert Hainer, langjährige Weggefährten wie Dieter „Mucki“ Brenninger, Heiner Jüngling (FCB-Mitglied Nummer 1), die Montagskicker sowie eine Delegation der Kurt-Landauer-Stiftung – der Aufstiegsheld von 1965, der vor Weihnachten im Alter von 83 Jahren verstorben ist, wurde in einem würdigen Rahmen am Friedhof in München-Riem verabschiedet. In seiner Rede sagte Hainer, Kupferschmidt hinterlasse „ein nachhaltiges Vermächtnis“ – er stehe dafür, „dass sich Legenden nicht nur im Rampenlicht entwickeln, denn gerade die Menschen im Schatten der Großen halten eine Gemeinschaft zusammen. Er lehrt uns: Demut heißt, zu wissen, dass jeder Erfolg auf vielen Schultern ruht. Bleibendes entsteht nicht durch Schlagzeilen – sondern durch Taten.“ So werde der Name Peter Kupferschmidt „auch in Zukunft Generationen inspirieren“.

Die Zeremonie wurde von Pfarrer Wagner einfühlsam geleitet, ein Requiem und ein gemeinsames Essen komplettierten die Trauerfeier. Der FC Bayern hatte der Familie um Gattin Anna sowie die beiden Kinder Thomas und Petra auch durch einen Kranz in Vereinsfarben sein Beileid bekundet. Hainer nahm die Trauergemeinde zu Beginn seiner Rede auf eine Zeitreise ins München der Nachkriegszeit mit: Kupferschmidt sei hier heimisch geworden, nachdem die Familie aus dem heutigen Serbien geflohen war, als er drei Jahre alt war. Jedes Weihnachten, erinnerte Hainer, wurden damals zwei Schweine geschlachtet, und Peter bat immer, „ein bisserl mehr Fett an der Saublase“ zu lassen, damit die Kinder damit besser Fußball spielen konnten. „Peter Kupferschmidt ist das Kind einer Zeit, in der aus Nichts Neues entstand“, sagte der FCB-Präsident: „Er wurde eine Persönlichkeit, die uns bis heute lehrt, das Beste aus allem zu machen. Sie spielten barfuß Fußball, irgendwo zwischen den Hühnerställen. Brach rechts der Zehennagel ab, spielte man eben mit links weiter. Man wollte, so schilderte er es mal zu seinem 80. Geburtstag, ja dabeibleiben. Peter Kupferschmidt: Mit beiden Beinen durchs Leben!“


OneFootball Videos


Kupferschmidt sei dabei gewesen, so Hainer, „als der Grundstein des FC Bayern gelegt wurde, wie ihn Millionen Fans rund um den Globus heute kennen“. Wo inzwischen an der Säbener Straße ein weltberühmter Trainingskomplex steht, „war seinerzeit eine Holzhütte, und heißes Wasser keine Selbstverständlichkeit: Aus einfachen Verhältnissen, mit viel Arbeit, entstand Großes.“ An der Seite von Ikonen wie Franz Beckenbauer, Gerd Müller und Sepp Maier schrieb Kupferschmidt ab seinem Vereinsbeitritt 1960 Geschichte, indem er 1965 Teil der Aufstiegsmannschaft war und bis 1971 half, die ersten großen Titel der Nachkriegszeit zu gewinnen.

Dieser Inhalt kann hier leider nicht dargestellt werden. Zum Anschauen kannst du die Website des FC Bayern München besuchen: Artikel auf fcbayern.com

Was von dieser Generation bleibt, sei weit mehr als Trophäen, führte Hainer weiter aus. „Charaktere wie Peter Kupferschmidt verankerten im Verein grundlegende Werte: Leidenschaft, Verlässlichkeit, Gemeinschaftsgeist. Der FC Bayern versteht sich bis heute als eine große Familie – und das führt auf Menschen wie Peter Kupferschmidt zurück.“ Er sei seinem langjährigen Zimmerkollegen Gerd Müller auch nach der Karriere ein treuer Begleiter gewesen, so der Präsident, bis zuletzt zählte er außerdem zu den Montagskickern und war noch wenige Tage vor seinem Tod Gast ihrer Weihnachtsfeier, was alle sehr stolz gemacht hatte. Sinnbildlich für seine tiefe Verbundenheit zum Verein sei des Weiteren, „dass er im Sommer selbstverständlich dabei war, als wir den Marsch um den Tegernsee anlässlich des Aufstiegs 1965 wiederholt haben“, erzählte Hainer: „Lieber Peter Kupferschmidt, der FC Bayern verneigt sich vor deiner Lebensleistung! In stiller Trauer – und mit großem Dank – sagen wir: Ruhe in Frieden! Dein Name bleibt in unserem Verein, in unserer Geschichte – und in unseren Herzen.“

Vor dem Gang zur letzten Ruhestätte wurde Franz Beckenbauers berühmtes Lied „Gute Freunde kann niemand trennen“ gespielt. Dick eingepackt gegen die Kälte begleitete die Trauergemeinde Peter Kupferschmidt dann, um ihm die verdiente Ehre zu erweisen. Auf dem Foto an seinem Grab schaut er verschmitzt unter einer Schirmmütze hervor, aufgenommen wurde das Bild im „Grünwalder“ – dort, wo Peter Kupferschmidt und seine Teamkameraden einst den Grundstein des heutigen FC Bayern gelegt haben.

View publisher imprint