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·22 février 2026
Abstiegsangst beim VfL Wolfsburg: Wie will die "Schülermannschaft" in der 1. Liga bleiben?

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·22 février 2026

Der Boden wackelt in Wolfsburg. Was als holprige Saison begann, droht sich zu einer handfesten Krise mit Existenzangst auszuweiten. Die jüngste Niederlage gegen den FC Augsburg hat die Sorgen beim VfL Wolfsburg noch einmal verschärft – sportlich wie emotional.
Zweimal lag der VfL vorn, zweimal ließ er sich den Schneid abkaufen. Am Ende stand ein bitteres 2:3, das sinnbildlich für die vergangenen Wochen steht. Seit sechs Partien warten die Wölfe nun auf einen Sieg. Es ist nicht nur die nackte Serie, die alarmiert, sondern die Art und Weise: Führung, Kontrollverlust, Einbruch. Wieder einmal.
Nach dem späten Knock-out in Augsburg fand Bauer ungewöhnlich klare Worte:
„Was hinten raus passiert, ist schwer zu akzeptieren, wir verhalten uns zum Teil wie eine Schüler-Mannschaft.“
Der Trainer beließ es nicht bei einer emotionalen Einschätzung, sondern verwies auf nackte Zahlen – und auf ein Kernproblem seines Teams:
„Wir haben neun Fouls gespielt, Augsburg 16 – das ist nicht negativ gemeint gegenüber Augsburg, sondern das gehört dazu. Intensität, Zweikampfhärte, auch mal ein Foul zu spielen im richtigen Moment. Dazu sind wir weiterhin nicht in der Lage.“
Besonders bitter aus Wolfsburger Sicht:
„Wir sind nicht in der Lage, vor dem 2:2 in der 86. Minute das Spiel zu unterbinden.“
Es ist ein Offenbarungseid – und zugleich eine Selbstanklage. Wenn selbst der eigene Trainer seiner Mannschaft fehlende Reife attestiert, ist das ein deutliches Alarmsignal.
Die Tabellenlage wird zunehmend bedrohlich. Platz 15 ist ein schmaler Grat – und er könnte noch schmaler werden. Die direkten Konkurrenten im Tabellenkeller haben am Sonntag ihre Spiele noch vor sich. Mindestens Werder Bremen kann vorbeiziehen und Wolfsburg auf den Relegationsrang drücken, während der FC St. Pauli für einen Sprung nach oben einen deutlichen Sieg bräuchte. Klar ist: Die Abstiegsgefahr ist real. So wenige Punkte zu diesem Zeitpunkt der Saison hatte der VfL noch nie gesammelt.
Erst seit wenigen Monaten steht Daniel Bauer an der Seitenlinie – und doch stellt sich bereits die unbequeme Frage: Ist das Projekt gescheitert, bevor es richtig begonnen hat? Eine erkennbare Entwicklung ist bislang ausgeblieben. Nach dem Augsburg-Spiel gab es zwar Rückendeckung von Geschäftsführer Peter Christiansen, doch Rückendeckung hat in Wolfsburg schon öfter eine kurze Halbwertszeit gehabt.
Die Kritikpunkte sind konkret: Spieler werden auf ungewohnten Positionen eingesetzt, Wechselkandidaten plötzlich zu Stammkräften befördert. Hinzu kommt der Eindruck, dass die Mannschaft physisch nicht auf der Höhe ist. Gegentore in der Schlussphase sind kein Zufall mehr, sondern Muster. Die Frage nach Trainingssteuerung und Belastung drängt sich auf.
Auch die Mannschaft selbst steht im Fokus. Der Kader gilt als zu groß, in der Spitze zu dünn. Wunschspieler sagten reihenweise ab, im Winter wurde die erhoffte Verstärkung verpasst. Auf dem Platz wirkt das Team oft einen Schritt langsamer, körperlich unterlegen, ohne klare Hierarchie. Es fehlt an Robustheit – und an Selbstverständnis. Die Konkurrenz im Tabellenkeller ist nicht besser, aber häufig bissiger.
Wie will sich der VfL aus dieser Lage befreien? Ein erneuter Trainerwechsel liegt als Option auf dem Tisch, doch es wäre schwierig: Wer soll übernehmen – und wer garantiert, dass es besser wird? Kontinuität kann Stabilität bringen, Stillstand aber auch verschärfen. Entscheidend wird sein, ob Bauer kurzfristig Antworten findet: klare Rollen, eine stabile Grundordnung, einfache Lösungen. Sehr viele Fans glauben nicht mehr an Verbesserungen.
Besonders schmerzhaft: Anders als in früheren Abstiegskämpfen fehlt die Rückendeckung von den Rängen. Gegen Augsburg blieb das Stadion erschreckend leer, die Stimmung verhalten. Die oft beschworene Gemeinschaft ist derzeit weder sichtbar noch spürbar. Vertrauen muss neu erarbeitet werden – mit Einsatz, Klarheit und Ergebnissen.
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