come-on-fc.com
·14 avril 2026
Kommentar: Der FC hat die Chance auf die frühe Vorentscheidung – Baustellen darf das 3:1 aber nicht kaschieren

In partnership with
Yahoo sportscome-on-fc.com
·14 avril 2026


Simon Bartsch
14 April, 2026
Mit dem ersten Sieg seit Ende Januar haben die Kölner einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt gemacht. In Köln hat man das Gefühl eines kollektiven Aufatmens. Dabei ist das Ziel noch nicht erreicht.
Jubel bei den Spielern des 1. FC Köln
Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.



Es trägt schon eine gewisse Komik in sich, dass Lukas Kwasniok am Ende recht behalten könnte. Der Ex-Trainer der Geißböcke wurde bis kurz vor seinem Aus nicht müde zu betonen, dass seine Mannschaft das Zeug zum Klassenerhalt habe. Dass eben nur ein Quäntchen fehle und dass das Spielglück nicht auf Seiten der Kölner sei. Als Argumente hielten unter anderem die 50:50-Schiedsrichter-Entscheidungen her, der mitunter seltsame Eingriff oder eben Nicht-Eingriff des VARs und ja, auch der Ausfall zahlreicher Spieler wurde selten, aber ab und an genannt. Durch den 3:1-Erfolg gegen Werder Bremen hat sich die Situation beim FC grundlegend verändert. René Wagner hat in den vergangenen beiden Spielen mehr Punkte eingefahren als sein Vorgänger in den sieben Partien zuvor. Der FC hat nun ein beruhigendes Polster von fünf Zählern auf Rang 16, von neun auf Rang 17. Gewinnt Köln am Freitag, ist die Vorentscheidung in Sachen Klassenerhalt gefallen.
Und das dann vier Spieltage vor Saisonende. Tatsächlich hat sich die Ausgangslage innerhalb von zwei Spieltagen komplett verändert. Rund um das Geißbockheim ist wieder eine gewisse Euphorie zu spüren. Das Ziel Klassenerhalt scheint plötzlich so greifbar nahe. Denn nun lautet die Bilanz nicht mehr acht sieglose Spiele in Folge, sondern vier Partien ohne Niederlage in Serie. Wagner spielt bei seiner bisherigen Ausbeute als Cheftrainer in die Karten, dass die Schiedsrichter-Entscheidungen gegen Bremen zum Großteil mal pro FC ausgefallen sind (zu Recht!) und dass dem Interimscoach nahezu der gesamte Kader wieder zur Verfügung steht. Bis auf die beiden Langzeitverletzten hat der 37-Jährige die Qual der Wahl, muss schmerzhafte Entscheidungen treffen. Quantitativ stellt sich der Kader nicht mehr von alleine auf.
Vor allem aber profitierten die Kölner am Sonntag von dem von Kwasniok angesprochenen Spielglück, das dem FC lange fehlte. Und da liegt dann auch wieder der andere Teil der Wahrheit. Denn auf Glück alleine können und sollten sich die Geißböcke im Saisonfinale nicht verlassen. Der 3:1-Erfolg gegen Bremen darf nicht die Probleme kaschieren, die auch unter René Wagner (noch) nicht abgestellt sind. Der Sieg war zweifelsfrei verdient, die Leistung gegen ein dezimiertes Werder aber ganz sicher nicht beeindruckend. Und das nicht nur aufgrund der eklatant schwachen Chancenverwertung. Der FC tat sich gerade im Spielaufbau in Überzahl doch schwer. Die Geißböcke offenbarten erneut Unkonzentriertheiten, Stockfehler, Ungenauigkeiten und gerieten am Ende des Spiels sogar noch einmal in Bedrängnis.
Der FC kann am Freitag einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt machen, eine Art Vorentscheidung herbeiführen. Acht (durch die Torbilanz eigentlich neun) Punkte Vorsprung wären schon ziemlich nah am Klassenerhalt. Er kann! Gespielt ist die Begegnung noch nicht, gewonnen erst recht nicht – wie das Hinspiel in Köln (1:1) enttäuschend bewiesen hat. Aber: Der FC hat die Rettung in der eigenen Hand, hat den Ball im Grunde auf dem Elfmeterpunkt liegen und es wirkt so, als haben die Kölner unter dem neuen Trainer auch eine ergebnisorientierte Idee, wie Siege gelingen können. Mit dem ersten Erfolg seit Ende Januar dürfte sich das Team das nötige Selbstvertrauen geholt haben, am Millerntor die nächsten Punkte einzufahren – möglicherweise die entscheidenden. Sollte dem FC der Klassenerhalt gelingen, hätte Kwasniok recht gehabt. Nur würde der Erfolg der personellen Entscheidung unterm Strich genauso recht geben.









































