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·12 Maret 2026
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Kommunikationswissenschaftlerin Romy Schwaiger erklärt, wie Fußballvereine mit einfachen Mitteln auf Instagram und Facebook sichtbar werden.
Die Kommunikationswissenschaftlerin Dr. Romy Schwaiger hat die Social-Media-Arbeit der Fußball-Landesverbände untersucht. Sie kommt zu der Erkenntnis: Viele Vereine unterschätzen, wie viel Wirkung sie mit einfachen Mitteln erzielen können. Ihr Kernbefund: „Nicht Perfektion zählt, sondern Authentizität und Regelmäßigkeit.“
Amateurvereine müssen keine Medienprofis sein, um sichtbar zu werden. Was zählt, ist Nähe – zu den Menschen, zum Ort, zur Gemeinschaft. „Die schönsten Inhalte entstehen dort, wo echtes Vereinsleben passiert: beim Jugendtraining, im Kabinengang, bei den Helfer*innen nach dem Spiel“, sagt Schwaiger. Es geht nicht darum, alles zu zeigen, sondern das Richtige – echte Momente statt Marketingfloskeln.
Wichtig ist, kontinuierlich zu posten: Wer nur unregelmäßig aktiv ist, bleibt unsichtbar. Wer dagegen mit klarer Tonalität und wiederkehrenden Formaten arbeitet, wird vom Algorithmus belohnt – und vom Publikum erkannt.
Wenn Vereine nur begrenzte Zeit oder Personal haben, rät Schwaiger klar zu Instagram. Dort erreicht man junge Spielerinnen, Fans und neue Mitglieder. Geschichten, Emotionen und kurze Videos funktionieren dort besonders gut. Facebook bleibt dagegen relevant, wenn man die Eltern, Sponsoren oder Funktionärinnen ansprechen möchte – also das lokale Netzwerk rund um den Verein.
Und wer über die Zukunft nachdenkt, sollte TikTok im Auge behalten. Gerade für Jugendmannschaften kann das ein direkter Zugang zur nächsten Generation sein.
Klar: Ergebnisse und Spielberichte gehören dazu. Aber wer ausschließlich Zahlen postet, verschenkt Potenzial. „Ergebnisse informieren – Menschen berühren“, so Schwaiger. Fotos von Ehrenamtlichen, Einblicke in die Jugendförderung oder kurze Miniporträts engagierter Mitglieder erzeugen Bindung und Interaktion.
Auch gesellschaftliches Engagement darf dabei vorkommen – wenn es zum Verein passt. „Ein Verein, der sich für Werte einsetzt, sollte das auch zeigen. Wichtig ist nur: Es muss glaubwürdig bleiben.“
Viele Vereine schauen auf Followerzahlen oder Likes. Schwaiger warnt: „Reichweite ist eine Kennzahl, Relevanz ist eine Beziehung.“ Wer Inhalte erstellt, die wirklich zur eigenen Community passen, erreicht langfristig mehr. Der Schlüssel liegt im Dialog – also im Community Management: reagieren, fragen, zuhören. Wer auf Kommentare antwortet und sichtbar interagiert, baut Nähe und Vertrauen auf.
Am Ende geht es nicht um Technik, sondern um Haltung. Social Media ist kein Aushang an der Vereinswand, sondern ein Ort der Begegnung. Vereine, die diese Chance erkennen, gewinnen mehr als Reichweite: Sie gewinnen Verbundenheit.
Oder, wie Dr. Schwaiger es auf den Punkt bringt: „Regelmäßigkeit schlägt Perfektion – und Dialog schlägt Einwegkommunikation.“ Hier geht es zum ausführlichen Podcast mit ihr: Hier klicken!
Dr. Romy Schwaiger ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arbeitsbereich für Medien und Kommunikation an der Technischen Universität München (TUM) und ehrenamtlich für den Bayerischen Fußball-Verband tätig.









































