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·30. November 2025
Das „Sender-Empfänger-Problem“ des 1. FC Köln: Nur ein Einzelfall gegen Bremen?

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Hendrik Broschart
30 November, 2025
Beim Duell mit dem SV Werder Bremen sammelten die Domstädter viele Erkenntnisse. Gegen die Norddeutschen spielte der 1. FC Köln eine erste Hälfte zum Vergessen.

Der Bremer Cameron Puertas machte der FC-Defensive zeitweise das Leben schwer. (Photo by Stuart Franklin/Getty Images)
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Auf der Pressekonferenz nach dem schmeichelhaften 1:1 des FC gegen den SV Werder Bremen nahm Trainer Lukas Kwasniok kein Blatt vor den Mund. Seine Mannschaft habe früh in der Defensive Schwächen offenbart, so Kwasniok: „Gleich zu Beginn, als Werder eine große Chance hatte, haben wir drei, vier Duelle einfach nicht so bestritten, wie man es in der Bundesliga tun muss, um zu bestehen. Nach einem langen Abstoß musst du im Zweikampf eben auch mal als Sieger hervorgehen. Das war nicht der Fall.“
Der 44-Jährige beließ es jedoch nicht bei der Analyse der Zweikampfschwäche, sondern suchte auch bei sich selbst nach Ursachen für die wacklige Anfangsphase. Seine Erklärung fiel gleichwohl ebenso direkt aus wie seine Kritik: „Wir hatten in der ersten Halbzeit offensichtlich ein Sender-Empfänger-Problem. Also der Trainer als Sender und die Mannschaft als Empfänger. Die Jungs haben das aber eben auch nicht so umgesetzt, wie ich es mir vorgestellt habe. Das ist aber kein Vorwurf an die Spieler, sondern eher ein Vorwurf an meine Kommunikation im Vorfeld. Sie wollten, aber sie haben gar keinen Zugriff bekommen, weil sie falsch angelaufen sind. Das war einfach bitter.“
Das Kölner Abwehrverhalten innerhalb der ersten 45 Minuten wurde ihnen beim Führungstreffer der Bremer zum Verhängnis. Das 1:0 durch Marco Friedl war die direkte Folge der Passivität, mit der der FC in dieser Phase verteidigte. Nach einer Ecke des Bremers Romano Schmid segelte der Ball ungehindert durch den Strafraum und landete schließlich auf dem Kopf von Alessio Castro-Montes. Dessen Klärungsversuch prallte jedoch lediglich bis an die rechte Strafraumkante, wo Jens Stage den Ball unbedrängt aufnehmen durfte. Der Bremer konnte ungestört in den Strafraum passen, wo der Ball schließlich bei Marco Friedl landete.
Es wäre jedoch zu einfach, Castro-Montes die alleinige Schuld für den Treffer zuzuschreiben. In besagter Szene kann man die gesamte Kölner Hintermannschaft in die Verantwortung nehmen. Friedls Gegenspieler Marius Bülter und Eric Martel ließen den Österreicher einfach entwischen. Schwäbe blieb bei dem wuchtigen Kopfball aus kürzester Distanz ohne Chance, hätte möglicherweise rauskommen müssen. Der Werder-Kapitän vollendete aus kurzer Distanz und verwandelte Bremens Überlegenheit in dieser Phase in die zwischenzeitliche Führung. Bereits am Freitag hatte Lukas Kwasniok die Standardschwäche seines Teams eingeordnet und dabei betont: „Es ist eben nicht so, dass, wenn du in der Defensive ein guter Kopfballspieler bist, du automatisch in der Offensive torgefährlich wirst.”
Diese Aussage lässt sich, wie die Szene beim Bremer Führungstreffer vermuten lässt, offenbar auch in die andere Richtung übertragen. Die Kölner Verteidiger wirkten in diesem Moment weder klar in der Zuordnung noch konsequent im Zweikampfverhalten. Werder nutzte diese Nachlässigkeiten konsequent aus.
Nach der Pause schien die Mannschaft die Botschaften ihres Trainers für das Spiel gegen die Elf von Horst Steffen deutlicher vernommen zu haben. Die Hereinnahme von Mittelfeldallrounder Tom Krauß und Außenverteidiger Kristoffer Lund für Castro-Montes und Isak Jóhannesson verlieh dem Spiel der Kölner die dringend benötigte Stabilität. Mit Ausnahme eines haarsträubenden Fehlpasses von Lund, der Romano Schmid eine Großchance ermöglichte, aber nur dank des stark reagierenden Marvin Schwäbe ohne Folgen blieb, präsentierte sich der FC im zweiten Durchgang deutlich gefestigter. Gegen das präzise Bremer Umschaltspiel agierten die Kölner nun kompakter, griffiger und defensiv weit weniger anfällig als noch in der enttäuschenden ersten Hälfte.
So haben sich, trotz der schwachen ersten Hälfte, den Ausgleich durchaus verdient- zumindest laut Coach Kwasniok: „Wir haben uns den Punkt mit der zweiten Halbzeit verdient. […] Wir hatten das Gefühl, dass wir noch ein Tor erzielen können, und die Kontrolle über das Spiel. Dennoch denkt man, wenn die Großchance von Luca Waldschmidt nicht reingeht, dass es heute eng wird. Aber das Spiel dauert 90 Minuten plus X und dann hatten wir mit dem abgefälschten Schuss das nötige Glück auf unserer Seite. Die Jungs haben bis zum Schluss alles gegeben. Über 95 Minuten gesehen war es nicht unverdient, auch wenn der Spielverlauf dann ein bisschen glücklich für uns war.“
Unklare Zuteilungen, zu große Abstände zu den Gegenspielern und insgesamt unzureichender Zugriff in den Zweikämpfen sind beim FC nichts Neues mehr. Selten jedoch traten diese Defizite so deutlich zutage wie in den ersten 45 Minuten in Bremen. Die Partie offenbarte schonungslos, wie sehr die Kölner Defensive ins Schwimmen geraten kann, wenn Abstimmung und Zweikampfintensität nicht stimmen. Nun bleibt abzuwarten, ob Lukas Kwasniok beim anstehenden Heimspiel gegen den FC St. Pauli am kommenden Samstag von Beginn an Gehör bei seiner Mannschaft findet und ob die fragilen Mechanismen in der Defensive rechtzeitig stabilisiert werden können.
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