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·30. September 2026

DFB-Pressekonferenz vor Deutschland-Serbien: Das haben Klopp und Urbig gesagt

Artikelbild:DFB-Pressekonferenz vor Deutschland-Serbien: Das haben Klopp und Urbig gesagt

Vor dem Nations-League-Spiel gegen Serbien haben Jürgen Klopp und Jonas Urbig auf der Pressekonferenz über die anstehende Partie gesprochen. Klopp äußerte sich unter anderem zum Ausfall von Nico Schlotterbeck und zur möglichen Aufstellung, während Urbig über seine Situation und die Erwartungen vor seinem möglichen Länderspieldebüt sprach.

MÜNCHEN, DEUTSCHLAND – 30. September 2026: Jürgen Klopp, Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft, vor einer Pressekonferenz des DFB in der Allianz Arena. (Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images)


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  • Schlotterbeck fällt aus: Nico Schlotterbeck hat sich im Abschlusstraining ohne Gegnereinwirkung verletzt und wird gegen Serbien fehlen. Weitere medizinische Informationen sollen folgen.
  • Urbig vor seinem Debüt: Jonas Urbig könnte gegen Serbien sein erstes Länderspiel für Deutschland bestreiten. Klopp bestätigte, dass der Torwart zum Einsatz kommen könnte.
  • Klopp erwartet einen tiefstehenden Gegner: Der Bundestrainer rechnet gegen Serbien mit einer ähnlichen Herausforderung wie gegen Griechenland. Entscheidend seien unter anderem Restverteidigung, Gegenpressing, schnelles und präzises Passspiel sowie konsequente Abschlüsse.

Klopp vor Serbien-Spiel: „Wir bauen eine Mannschaft, die allen Probleme bereitet“

Bundestrainer Jürgen Klopp stellt sich vor dem dritten Länderspiel der Saison gegen Serbien den Fragen der Presse. Der Fokus liegt auf personellen Wechseln, taktischer Geduld und dem langfristigen Aufbau – während außenrum Diskussionen über Rassismusvorwürfe und Manchester City für Ruhe sorgen.

Schlotterbeck fällt aus – Wirtz führt die Mannschaft an

Nico Schlotterbeck wird das Spiel gegen Serbien verletzungsbedingt verpassen. Der Innenverteidiger knickte beim Aufwärmen vor dem Abschlusstraining unglücklich ohne Fremdeinwirkung um. Medizinische Untersuchungen bestätigten den Ausfall für die morgige Partie; Schlotterbeck reist dennoch mit zum Behandlungsbeginn an, wird anschließend aber abreisen. Die Kapitänsbinde übernimmt indes Florian Wirtz. Als Spieler mit den meisten Länderspielen im aktuellen Kader führt er das Team aufs Feld – eine Lösung, die sich aus der Hierarchie im Spielerrat ableitet und keine gesonderte Diskussion erforderte.

Serbien: Erfahren, tiefstehend, mental stark

Die serbische Nationalmannschaft präsentiert sich als unangenehmer Gegner. Klopp hebt die enorme internationale Erfahrung einzelner Akteure hervor, die über Jahre auf höchstem Niveau spielen. Serbien agiert tief, verteidigt leidenschaftlich und kollektiv – ein Muster, das bereits gegen Griechenland und die Niederlande zu beobachten war. Der Schlüssel liegt für Deutschland in einer stabilen Restverteidigung, kompromisslosem Gegenpressing und schnellem, präzisem Passspiel, um Abschlüsse zu erzwingen. Die Serben werden eingespielter sein als die noch formierende deutsche Elf, doch genau darin sieht Klopp die Herausforderung, an der seine Mannschaft wachsen muss.

Lehren aus dem Griechenland-Spiel: Dominanz ohne Ertrag

Die 0:1-Niederlage gegen Griechenland schmerzte, bot aber Aufschluss. Deutschland kontrollierte das Spiel, hatte hohen Ballbesitz und gute Momente – doch nutzte die Chancen nicht. Das entscheidende Gegentor entstand nach einem Einwurf tief in der gegnerischen Hälfte: Die ballnahe Seite wurde nicht konsequent genug attackiert, die Absicherung stimmte nicht, die letzte Linie rückte nicht aus. Klopp betont: Es gehe nicht um Schuldzuweisungen, sondern um Abläufe, die in der Kürze der Vorbereitungszeit noch nicht greifen. Auch Konter über Karim Adeyemi und Abschlüsse von Bamba zeigten, dass die Anlage stimmt – nur die Endgültigkeit fehlte.

Doppel-Sechs braucht Zeit – Klopp mahnt Geduld an

Die Kritik an der Abstimmung zwischen Joshua Kimmich und Felix Nmecha auf der Doppelsechs nimmt Klopp nicht an. Nach fünf gemeinsamen Trainingstagen funktioniere keine Doppelsechs der Welt perfekt. Felix Nmecha, nominell eine Acht, rückt situativ auf die Sechs – ein Prozess, der Geduld erfordert. Klopp verweist auf 25 Jahre Trainererfahrung: Keine Mannschaft entsteht in Tagen. Die Entwicklung findet unter öffentlichem Brennglas statt, was den Prozess nicht beschleunigt, sondern nur sichtbarer macht. Wer ein Ballett nach vier Tagen aufführen lasse, sehe Chaos – halbes Jahr später sei es wundervoll.

Rassismusvorwürfe: „Die Welt dürfte sich an einer Sportumkleide orientieren“

Auf die Frage nach rassistischen Kommentaren in sozialen Medien nach dem Augsburg-Spiel reagiert Klopp deutlich. Er habe es nicht wahrgenommen und gebe solchen Äußerungen keinen Raum in seinen Gedanken. Die Mannschaft lebe ein vorbildliches Miteinander – Herkunft, Hautfarbe oder Hintergrund spielten keine Rolle, nur Leistung und Charakter. Keine Fußballmannschaft der Welt mache daraus ein Thema. Die beste Antwort sei die gelebte Realität im Team: Dort herrsche Respekt aufgrund von Tatsachen, nicht Diskriminierung aufgrund von Meinungen.

Manchester City: Kein Bedarf an nachträglichen Titeln

Zu den Finanzvorwürfen gegen Manchester City und möglichen nachträglichen Meisterschaften für Liverpool nimmt Klopp gelassen Stellung. Er habe sich nicht tief damit beschäftigt, warte das Verfahren ab – Einsprüche würden folgen, es dauere noch lange. Respekt vor Pep Guardiola und der sportlichen Leistung Citys in der gemeinsamen Zeit sei groß, aber ein Bus-Parade für nachträgliche Titel brauche er nicht. Er sei mit dem Erreichten „komplett fein“. Der sportliche Wettkampf auf dem Platz zähle, nicht juristische Nachbearbeitung.

Neue Gesichter: Woltemade, Benrahma, Karl drängen in den Kader

Mit Nick Woltemade, Said Benrahma und Lennart Karl stehen drei Debütanten im Fokus. Woltemade, den Klopp zuvor nur aus dem Fernsehen kannte, habe im Training sofort durch technische Qualität überzeugt – „man muss jede Woche überrascht sein, wie gut er mit den Füßen kicken kann“. Keine Vorzüge gegenüber Jonny Burkardt, beide in Topverfassung. Benrahma und Karl sind ebenfalls voll dabei, ihre Einsatzchancen hängen von der taktischen Ausrichtung ab. Jonas Urbig stünde als vierte Option im Tor bereit, sollte keiner der drei Feldspieler zum Zug kommen.

Prozess vor Ergebnis: „Der Anfang ist gemacht“

Klopp stellt klar: Die Ergebnisse der ersten beiden Spiele stören, sind aber nur ein Moment. Entscheidend sei die Entwicklung der Mannschaft – wer kann dazugehören, wer will? Alle wollen. Elf Spieler passen auf den Platz, doch das Bild, das entsteht, sei „total positiv“. Das Kennenlernen der Persönlichkeiten, das gemeinsame Arbeiten an Abläufen, das Festigen der wöchentlichen Leistung – das sei die eigentliche Arbeit. Serbien ist der nächste Schritt. Nicht das Ende, nicht die Bewährungsprobe. Sondern ein weiterer Baustein.

HERZOGENAURACH, DEUTSCHLAND – 29. September 2026: Jonas Urbig von Deutschland blickt während einer Trainingseinheit der deutschen Nationalmannschaft im Homeground auf das Geschehen. (Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images)

Urbig vor Debüt in München: „Alles andere ist Entscheidung des Trainers“

Jonas Urbig steht vor seinem ersten Länderspiel für Deutschland. In der Allianz Arena könnte der Bayern-Torhüter am Samstagabend in der Nations League gegen Serbien debütieren – und damit den ersten Sieg der Ära Jürgen Klopp einleiten. Der 21-Jährige wirkt gelöst, betont die Geschlossenheit der Torwartgruppe und lässt Spekulationen um die künftige Nummer eins kalt.

Debüt im eigenen Stadion als Lebensziel

Für Urbig geht ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Aufgewachsen in der Region, kennt er die Allianz Arena als Heimstätte des FC Bayern. Nun darf er dort das DFB-Trikot überstreifen. Der Moment sei „sehr besonders“, sagt er – ein Leben lang habe er darauf hingearbeitet. Familie und Freunde werden auf den Rängen sitzen. Doch der Torhüter stellt das Persönliche hinter das Mannschaftliche: Es gehe um den ersten Dreier unter dem neuen Bundestrainer.

Klopp vertraut dem Bayern-Schlussmann

Der Bundestrainer informierte Urbig am Vortag nach dem Training über seinen Einsatz. Die Entscheidung fiel kurzfristig, doch der 21-Jährige fühlt sich bereit. Er habe in den vergangenen Tagen die Intensität im Training gespürt, jeder habe sich „reingehauen“. Das gebe ihm Vertrauen, dass die Mannschaft die geforderte Leistung abrufen kann. Klopp setzt damit auf einen Torhüter, der beim Rekordmeister bereits über 30 Pflichtspiele bestritten hat – auch wenn er dort hinter Manuel Neuer die zweite Geige spielt.

Torwartgruppe als Energiequelle

Urbig stellt das Kollektiv in den Mittelpunkt. Die Harmonie unter den Schlussmännern – bei Bayern wie in der Nationalmannschaft – sei entscheidend. Je größer die Energie innerhalb der Gruppe, desto mehr könne sie der Mannschaft geben. Er kenne das Prinzip aus München: Manuel Neuer und Sven Ulreich pushten sich gegenseitig ans Maximum. Genau diese Dynamik wolle er auch im DFB-Team einbringen. Jeder Torhüter, ob in der Bundesliga oder international, liefere Bausteine für die eigene Entwicklung.

Kein Grübeln um die Nummer-eins-Frage

Journalisten konfrontierten Urbig mit der Diskussion, ob ein Vereins-Ersatzkeeper Nationalmannschafts-Nummer eins werden könne. Seine Antwort fällt pragmatisch aus: Er sehe sich als „1B“ in München, nehme das als Kompliment. Sein Fokus liege auf täglicher Leistungsabrufung – im Training wie in den Spielen, die er bekomme. Alles andere sei „Sache für die Zukunft“. Er lebe im „Hier und Jetzt“, der morgige Abend stehe im Vordergrund.

Serbien-Erfahrung erfordert Geduld

Der Gegner ist keine Unbekannte. Urbig vergleicht die Partie mit dem Griechenland-Spiel: Serbien werde wahrscheinlich tief stehen, auf Konter lauern. Die individuelle Qualität ist hoch – Aleksandar Jović im Sturm, Filip Kostić mit seiner Frankfurter Vergangenheit, dazu Mittelfeldakteure von Inter Mailand. Die Aufgabe: den tiefen Block bespielen, das eigene Tor verteidigen, geduldig auf Lücken warten. Die defensive Disziplin wird über Sieg oder Unentschieden entscheiden.

Wirtz bringt die nötige Energie

Auf die Frage nach Florian Wirtz, der ebenfalls zum Einsatz kommen könnte, schwärmt Urbig von dessen Ausstrahlung. Der Offensivspieler wirke „sehr, sehr positiv, energiegeladen“. Jeder im Team habe „richtig Bock“, diese Energie sei ansteckend und notwendig. Unter Druck zu performen, gehöre zum Profil eines Nationalspielers – und genau diese Drucksituation erwartet die Mannschaft am Samstag.

Mentalitätsschulung beim Rekordmeister

Der Weg vom Zweitligatorwart in Fürth und Köln zum Bayern-Profisein hinterließ Spuren. Urbig beschreibt die Anpassung: In München gibt es Phasen ohne jeden Torschuss, dann in der 90. Minute die eine entscheidende Aktion. Das Torwartspiel verlagere sich stärker auf die mentale Komponente – wach bleiben, für den einen Moment bereit sein. Diese Schule habe er beim FC Bayern durchlaufen, sie trage nun Früchte.

Dahmen-Gerüchte: Kein Thema in der Kabine

Um Finn Dahmen, ebenfalls im DFB-Kader und mit Wechselgerüchten zum FC Bayern verbunden, wurde Urbig gefragt. Er winkt ab: Er habe sich „tatsächlich noch keine Gedanken“ über andere Szenarien gemacht. Der Fokus liege ausschließlich auf den anstehenden Aufgaben mit der Nationalmannschaft. Spekulationen über den Sommer bleiben draußen – die Kabine funktioniere, weil jeder im Moment bleibt.

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