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·14. August 2026
Ein Kommentar zum Dortmunder Ausstieg aus dem El-Mala-Poker: Auf den ersten Blick zwei Gewinner und ein klarer Verlierer

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Simon Hense
14 August, 2026
Nach dem Ausstieg des BVBs aus dem Poker um Kölns Said El Mala gibt es zumindest auf den ersten Blick zwei klare Gewinner – und auch einen ebenso klaren Verlierer.
Said El Mala bei der Saisoneröffnung des 1. FC Köln
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Nach wochenlangem Hin und Her hat die größte Transfersaga des Sommer endlich ein Ende gefunden. Borussia Dortmund wird kein weiteres Angebot für Said El Mala abgeben, der Youngster damit nicht zum Vizemeister wechseln. Auch das letzte Angebot der Westfalen, das sich mit Bonuszahlungen auf bis zu 55 Millionen Euro belaufen haben soll, lehnte der FC ab. Damit gibt es unmittelbar nach dem Ende des Pokers zumindest momentan auf der einen Seite zwei klare Gewinner, auf der anderen einen ebenso deutlichen Verlierer.
Beim Negativen angefangen hat die Dortmunder Führungsriege um Sportgeschäftsführer Lars Ricken und Sportdirektor Ole Book einen klaren Rückschlag hinzunehmen. Über Wochen gaben die Dortmunder Angebot und Angebot ab. In die Nähe der Kölner Forderungen sind sie jedoch erst ganz zum Schluss gekommen. Dabei war der grobe Rahmen, den sich der FC vorstellt, von Beginn an kommuniziert. Trotzdem versuchten die Dortmunder zuerst, mit viel zu niedrigen Offerten zum Ziel zu kommen. Das daraus nichts werden könnte, hätte eigentlich auch ihnen klar sein müssen.
Erst mit dem letzten Angebot sind die Westfalen in die Nähe der kolportierten Kölner Forderungen gekommen. Allerdings hatten sie zuvor durch die unpassenden Offerten eine Menge Zeit verloren. Und wahrscheinlich auch die Geduld der Kölner Verantwortlichen um Sportgeschäftsführer Thomas Kessler strapaziert. Dass diese möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt der Transferperiode mehr Geld verlangen und vielleicht auch deshalb das erneute Angebot ablehnten, ist nur allzu verständlich. Schließlich haben die Geißböcke weniger Zeit, etwas mit dem Geld auf dem Transfermarkt anzustellen. Vielleicht waren sich die Bosse der Borussia auch zu sicher, dass die Kölner trotzdem irgendwann ihre Forderungen senken würden, weil der BVB El Malas Wunschziel gewesen sein soll. Sicher zu sagen ist das nicht. Aber definitiv klar ist, dass die Dortmunder Verantwortlichen somit letztendlich eine herbe Niederlage einstecken müssen.
Ganz anders ist die Lage auf der anderen Seite bei Thomas Kessler. Er ist der wohl klarste Gewinner dieser lange endlos scheinenden Transfersaga. Der Sportgeschäftsführer glänzte über den gesamten Verhandlungszeitraum durch eine klare Kommunikation. So ließ er sich nicht durch die Dortmunder Verhandlungstaktik aus der Ruhe bringen. Konsequent blieb Kessler bei seinen Forderungen und zeigte damit seine Verhandlungsstärke. Das dürfte sich auch auf zukünftige Poker positiv auswirken. Allen ist nun klar: Wenn Kessler eine Forderung hat, bleibt er bei dieser – egal wie groß die Summe. Denn dabei schätzte der Verantwortliche die Lage genau richtig ein. Wenn Kessler eines der früheren Angebot angenommen hätte, hätten die Geißböcke zwar dank des immer noch großen Geldsegens mehr finanzielle Möglichkeiten auf dem Transfermarkt gehabt. Aber je weiter die Transferperiode voranschreitet, desto schwieriger wird es wie bereits erwähnt auch für ihn, dieses Geld noch sinnvoll einzusetzen.
Außerdem ist natürlich auch Kessler klar, dass durch die sehr wahrscheinlich bevorstehende DFB-Nominierung El Malas dessen Marktwert in absehbarer Zeit erstmal steigen wird. Daher war es vollkommen richtig, bei den eigenen Forderungen zu bleiben und diese eventuell sogar eher etwas nach oben als nach unten anzupassen. Denn auch so können die Geißböcke noch Deals abschließen. Das zeigt sich am wohl bevorstehenden Wechsel von Thijs Dallinga. Außerdem haben die Kölner mit Said El Mala weiterhin einen Unterschiedsspieler im Kampf um den Klassenerhalt, der gezeigt hat, dass er die verlangte Summe wirklich wert ist. Dabei sind zwar Bedenken verständlich, dass der 19-Jährige vielleicht durch eine schwächere Spielzeit oder einen potenziellen Abstieg in einem Jahr weniger wert sein könnte. Allerdings ist das ein Gamble auf mehr, den der FC durchaus eingehen kann. Denn der Youngster hat bereits in der vergangenen Saison gezeigt, dass er an seinen Schwächen wie etwa dem Spiel gegen den Ball arbeitet. Somit ist es nicht unwahrscheinlich, dass der Linksaußen sich weiter positiv entwickelt.
Womit wir beim letzten, etwas weniger klaren Gewinner wären: El Mala selbst. Zwar platzt für den 19-Jährigen der Wechsel zu seinem Wunschverein. Trotzdem hat der Linksaußen durch sein, wie es Trainer René Wagner mal ausgedrückt hat, „tadelloses“ Verhalten eine Menge Sympathien gewonnen. Im Gegensatz zu vielen anderen Spielern in der heutigen Zeit, die durch einen Streik einen Wechsel erzwingen wollen, kam nicht einmal der Eindruck auf, der Youngster hätte mit dem FC bereits abgeschlossen. Stattdessen zeigte er immer wieder großen Einsatz. Denn egal ob in den Testspielen oder im Training, immer war der umworbene Profi voll dabei.
Noch ist zwar nicht sicher ist, ob nicht doch noch ein Verein um den Youngster buhlen wird. Aber nach den vergangenen Wochen ist klar, dass der Angreifer bis zum Schluss alles für die Geißböcke geben wird. Damit verdient er sich die Liebe der Fans und bestimmt auch eine Menge Anerkennung außerhalb der Domstadt. Und ist damit definitiv auch ein Gewinner.







































