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·4. Juni 2026
„Ein modernes NLZ am Geißbockheim und die olympische Idee entspringen demselben Gedanken“ – FC-Präsident Stobbe hofft auf Schub für Geißbockheim und Stadion-Ausbau

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Hendrik Broschart
4 Juni, 2026
Vereinspräsident Jörn Stobbe spricht von einer gemeinsamen Vision für die Stadt und macht keinen Hehl daraus, dass er sich vom olympischen Schwung auch Fortschritte am Geißbockheim erhofft. Was kann der FC zur Bewerbung beisteuern, was könnten die Spiele die Stadt kosten und wie bewerten Kritiker die Pläne?

Jörn Stobbe bei der Kickoff-Veranstaltung zur Kölner Olmypia-Bewerbung
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Vor einigen Wochen stimmten die Kölner Bürgerinnen und Bürger darüber ab, ob sie sich Olympische Spiele vor der eigenen Haustür vorstellen können und mit dem heutigen 4. Juni erreicht die deutsche Olympiabewerbung einen wichtigen Meilenstein. Bis zum Ablauf des Tages müssen die interessierten Regionen ihre Bewerbungsunterlagen beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) einreichen. Für die Initiative KölnRheinRuhr bedeutet der Stichtag den Übergang in die nächste Phase. Das knappste Ergebnis aller 17 am Referendum beteiligten Kommunen kam aus Köln: 57 Prozent. Hätte die sogenannte „Leading City“ mit ihren vielen angedachten Disziplinen mit „Nein“ gestimmt, wäre das Konzept gescheitert. Das knappe „Ja“ der Kölnerinnen und Kölner hat auch beim 1. FC Köln für Begeisterung gesorgt. Präsident Jörn Stobbe ließ sich dazu in einem euphorischem Statement wie folgt zitieren: „Mein Vater Horst hat mir als ehemaliger Olympionike oft vom olympischen Geist erzählt – heute spüre ich einen Hauch dieses Geistes in unserer Stadt. Jetzt liegt es an uns allen, diesen Schwung zu nutzen, um Köln schneller, effizienter und mutiger zu machen. Wir als FC sind bereit, unseren Teil beizutragen“.
Doch worin könnte dieser Beitrag konkret bestehen – und welche Effekte erhofft man sich am Geißbockheim, sollten tatsächlich Spiele in Köln stattfinden?
Den Verantwortlichen und Unterstützern des Vereins beschäftigt der Erhalt und Ausbau des Geißbockheims seit Jahren. Noch am letzten Heimspieltag gegen Heidenheim zeigte die Südkurve Banner mit bekannten Appellen an die Entscheidungsträger. Von der Olympia-Bewegung erhofft man sich in dieser Angelegenheit Fortschritte, wie Stobbe auf Anfrage von come-on-fc.com erläuterte: „Wir wollen und müssen uns bekanntermaßen am Geißbockheim weiterentwickeln, um in der Bundesliga dauerhaft wettbewerbsfähig zu bleiben. Ebenso gehört dazu, dass wir seriös und intensiv alle Optionen prüfen, das RheinEnergieSTADION zu modernisieren und langfristig sogar auszubauen. Unter der Führung von Oberbürgermeister Torsten Burmester spüren wir einen klaren politischen Willen, dem Sport in Köln mehr Bedeutung beizumessen. Dieser Kurs hat durch das Votum für Olympia abermals eine Legitimation durch die Bürgerinnen und Bürger Kölns erhalten.“
In den Plänen des Organisationskomitees ist das RheinEnergieSTADION als Veranstaltungsort für Fußball und Siebener-Rugby vorgesehen, auf der angrenzenden Jahnwiese soll Bogenschießen stattfinden. Einen Ausbau des Stadions sehen die Olympia-Planungen dabei nicht vor. Dennoch, so Stobbe, wirkten Großereignisse dieser Art häufig als Beschleuniger für Prozesse, die unter normalen Umständen Jahre dauerten. Der FC-Präsident macht dazu deutlich: „Wenn Köln als ‚Leading City‘ einer so wichtigen Bewerbung auftritt, muss auch der Anspruch steigen, die Infrastruktur der Stadt in allen Bereichen zu verbessern“.
Dabei betont er ausdrücklich, dass der Verein seine Strahlkraft nicht als Verhandlungsmasse verstehe: „Es geht hier nicht um ‚Deals‘ oder taktische Gegengeschäfte. Es geht um eine gemeinsame Vision für Köln. Wenn die Stadt den Anspruch hat, Gastgeberin für die Welt zu sein, muss sie auch die Rahmenbedingungen für ihre lokalen Leuchttürme schaffen. Ein modernes NLZ am Geißbockheim und die olympische Idee entspringen demselben Gedanken: Wir wollen den Sport in Köln stärken und zukunftsfähig machen. In diesem Geiste führen wir die Gespräche mit der Politik über mögliche Synergien“, teilte der Präsdent come-on-fc.com mit.
Den größten Beitrag des Vereins sieht Stobbe in der kulturellen Verankerung des FC mit der Stadt und ihren Bürgerinnen und Bürgern: „Wir sehen uns als konstruktiver Partner der Stadt Köln. Wir signalisieren den Verbänden: Der 1. FC Köln steht hinter dieser Vision. Mit unserer Infrastruktur, unserer Erfahrung und unserer riesigen Fan-Basis sind wir ein Aktivposten, der eine Bewerbung glaubwürdig und lebendig macht.“
Das Land NRW und die Stadt Köln können den 1. FC Köln als Glaubwürdigkeits-Booster im Bewerbungsprozess für die Spiele gut gebrauchen. Denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass Olympische Spiele nicht selten zur Belastungsprobe für das Vertrauen zwischen Verein, Stadtpolitik und Bevölkerung werden. „In der Vergangenheit hat es immer wieder Fälle gegeben, in denen Städte im Zusammenhang mit Großveranstaltungen ihre Glaubwürdigkeit verspielt haben. Deshalb ist es entscheidend, dass die Stadt den gesamten Prozess von Anfang an transparent gestaltet und aktiv Vertrauen aufbaut“, sagt Dr. Kirstin Hallmann vom Institut für Sportökonomie und Sportmanagement der Deutschen Sporthochschule Köln, die unter anderem zu Mega-Events und ihren wirtschaftlichen Auswirkungen forscht.
Die Sportökonomin mahnt, mögliche Herausforderungen nicht zu unterschätzen: „Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass die Öffentlichkeit zunächst mit allzu optimistischen Versprechen besänftigt wird, nur damit am Ende eine massive Kostenexplosion ans Licht kommt. Denn genau das ist die Befürchtung vieler Bürgerinnen und Bürger. Natürlich lässt sich nicht jede Kostensteigerung im Voraus kalkulieren. Doch die Erfahrungen aus vergangenen Spielen sprechen eine deutliche Sprache: Die tatsächlichen Kosten lagen mitunter um 150 bis 170 Prozent über den ursprünglichen Schätzungen“. Das jüngste Beispiel sind die Spiele von Paris 2024, wo die Kosten von geplanten 2,4 auf 6,6 Milliarden Euro stiegen.
Auch Kritiker der Kölner Bewerbung verweisen auf diese Erfahrungen. So weist etwa die Initiative „NOlympia Köln” darauf hin, dass die Stadt bereits heute mit knappen Mitteln haushalten muss. Es fehle an Geld für sanierte Schulen, ausreichend Kita-Personal, eine leistungsfähige KVB, Radwege sowie intakte Schwimmbäder, Turnhallen und Sportplätze. Zusätzliche Olympia-Kosten könnten das bestehende Haushaltsdefizit weiter vergrößern. Auch am versprochenen wirtschaftlichen Nutzen bestehen Zweifel. „Die Argumentation, Olympia bringe Investitionen, ist schlichtweg falsch. Es rechnet sich nicht, am Ende zahlt man drauf“, sagt Jörg Detjen von NOlympia Colonia gegenüber dem ZDF. Als mögliche Nebenwirkungen nennen Ökonomen zudem steigende Preise und Mieten sowie Wohnraumverknappung, indessen Wohnraum bereits heute dringend gebraucht wird.
Der innerdeutsche Wettbewerb geht unterdessen weiter. Am 26. September entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), mit welcher Bewerbung sich Deutschland um die Ausrichtung der Spiele 2036, 2040 oder 2044 beim Internationalen Olympischen Komitee bewirbt. Neben KölnRheinRuhr sind auch München und Berlin im Rennen, in Hamburg fiel das Votum gegen eine Olympiabewerbung aus. Stobbe ist überzeugt, dass der 1. FC Köln bei der DSOB-Entscheidung eine Rolle spielen wird: „Der FC ist ein emotionaler Motor dieser Stadt. Unser Beitrag liegt in der Mobilisierung der Menschen und der Vermittlung der olympischen und paralympischen Werte – Leistung, Fairplay und Zusammenhalt. Wir stellen unser Know-how in der Organisation von Großevents zur Verfügung und sind bereit, den Standort Müngersdorf als lebendigen Bestandteil der Spiele mitzugestalten“. Nach dem Ende der Bewerbungsfrist heißt es nun vorerst aber erst einmal Abwarten.







































