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·1. Oktober 2026
Ist die DFB-Elf wirklich Mittelmaß? Was Matthäus Schweinsteiger vor dem Serbien-Spiel entgegnet

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·1. Oktober 2026

Vor dem dritten Länderspiel unter Jürgen Klopp wird über die Qualität der deutschen Nationalmannschaft so heftig gestritten wie lange nicht. Bastian Schweinsteiger hatte nach dem 0:1 gegen Griechenland erklärt, Deutschland sei „im Mittelmaß angekommen“. Jetzt hält Rekordnationalspieler Lothar Matthäus dagegen, und zwar mit einer ganz anderen Diagnose.

RTL-Experte Lothar Matthäus mit Moderatorin Laura Wontorra vor dem Nations-League-Spiel der Niederlande gegen Deutschland am 24. September 2026 in Amsterdam. (Foto: Lars Baron / Getty Images)
Der Kapitän der Weltmeister von 1990 bestreitet nicht, dass es hakt. Er verortet das Problem aber nicht im Talent der Spieler, sondern in deren Haltung. Ein Kommentator der BILD geht dagegen noch weiter als Schweinsteiger. Wir stellen die Positionen nebeneinander, bevor die Mannschaft heute Abend gegen Serbien selbst antworten kann.
Schweinsteigers Urteil nach der Niederlage in Augsburg war deutlich: „Es fehlen Unterschiedsspieler. Wir sind keine Top-Mannschaft mehr. Wir sind im Mittelmaß angekommen!“ Matthäus, der am Sonntag beim Rückspiel in Griechenland als Experte für RTL im Einsatz ist, widerspricht in BILD frontal: „Unsere Nationalmannschaft ist kein Mittelmaß! Wir haben genügend Unterschiedsspieler, die bei Topklubs wie dem FC Bayern, Barcelona oder Arsenal Woche für Woche unter Beweis stellen, dass sie hohe Qualität haben.“
Matthäus räumt ein: „Deutschland mag vielleicht nicht in der Breite die Qualität im Kader wie aktuell Frankreich haben.“ Geht man den Kader aber Position für Position durch, sieht er genug Spieler von internationalem Format. Diese Namen führt er an:
Eine echte Baustelle sieht Matthäus nur an einer Stelle: „Auf der Rechtsverteidiger-Position mögen wir vielleicht ein Problem haben, aber das war es dann auch schon.“ Das Innenverteidiger-Duo Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck spiele auf internationalem Niveau, dahinter stehe mit Yann Aurel Bisseck von Inter Mailand ein Verteidiger bereit, den Matthäus‘ früherer Mitspieler Giuseppe Bergomi „schon jetzt Weltklasse“ nennt.
Auch für die Entscheidung des Bundestrainers, insgesamt 44 Spieler auf zwei Kader zu verteilen, zeigt Matthäus Verständnis. Die eigentliche Aufgabe für Klopp sieht er darin, aus den Einzelkönnern wieder eine Mannschaft zu machen.
Der Kern seiner Kritik steckt in einem Satz: „Unsere Nationalspieler haben kein Qualitäts-, sondern ein Mentalitätsproblem!“ Die Frage sei deshalb nicht, ob die Spieler gut genug sind. „Wir müssen uns die Frage stellen, warum diese Spieler ihre Qualität nicht in der Nationalmannschaft zeigen.“
Als Beispiel nimmt er ausgerechnet einen Spieler, den er schätzt. „Ich bin ein Nmecha-Fan, aber so ein schlechtes Zweikampf-Verhalten wie beim 0:1 gegen Griechenland sehe ich von ihm bei Borussia Dortmund nicht.“ Seine Forderung an die Mannschaft:
„Deutschland kann und muss wieder schwer zu schlagen sein, wie es in der Vergangenheit der Fall war und wofür wir gefürchtet wurden“, sagt Matthäus. Den Bundestrainer hält er dafür für den richtigen Mann: „Klopp bringt diese Mentalität mit und lebt sie vor. Wenn es einer kann, sie auf diese Mannschaft zu übertragen, dann er.“ Die Gelegenheit, damit anzufangen, gibt es heute Abend. Weitere Stimmen aus der Debatte haben wir hier gesammelt: was Schweinsteiger, Reif, Kimmich und Klopp zur Mittelmaß-Debatte sagen.

ARD-Experte Bastian Schweinsteiger vor dem WM-Spiel Deutschland gegen Curaçao am 14. Juni 2026 in Houston. (Foto: Alexander Hassenstein / Getty Images)
Deutlich düsterer fällt der Kommentar von Alfred Draxler aus. Er hält die ganze Diskussion für überflüssig: „Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, was es da noch zu diskutieren gibt.“ Wer bei drei Weltmeisterschaften hintereinander so früh scheitere, sei nun einmal Mittelmaß, Spitzen- oder Weltklasse seien weit weg. Als Warnung dient ihm Italien: viermal Weltmeister wie Deutschland, dann dreimal in Folge nicht für eine WM qualifiziert.
Anders als Matthäus sieht Draxler keinen einzigen echten Weltklassespieler mehr im Kader und auch keine Führungsspieler. Kimmich sei mit seinem Eifer vorbildlich, wirke aber eher wie ein Antreiber als wie ein souveräner Chef. Spieler mit Ecken und Kanten wie früher Brehme, Matthäus, Effenberg, Kahn, Klinsmann oder Schweinsteiger vermisst er ganz. Dazu kommt für ihn die Frage nach der Einstellung: Dass Florian Wirtz zum ersten Treffpunkt des Klopp-Kaders mit einer pinkfarbenen Louis-Vuitton-Tasche im Wert von mehr als 10.000 Euro erschien, nennt er „ein Unding“.
Klopp hält Draxler zwar für den besten Bundestrainer, den man sich derzeit vorstellen kann. Die Probleme lägen aber viel tiefer, etwa in der Nachwuchsarbeit, und seien „mit Handauflegen nicht zu lösen“. Entsetzt zeigt er sich darüber, dass Per Mertesacker sein Amt als Geschäftsführer Sport beim DFB erst am 1. Januar antritt und Andreas Rettig bis dahin weitermacht. Sein Fazit: „Der ganze DFB ist leider nur Mittelmaß!“ Wie die Statistik der vergangenen Jahre aussieht, zeigen die Zahlen hinter der Mittelmaß-Debatte.
Gegen Serbien muss Klopp ohne Kimmich auskommen, der Kapitän ist nicht mehr im Kader. Wer stattdessen beginnen könnte, steht in unserer voraussichtliche Aufstellung gegen Serbien. Anpfiff in München ist um 20.45 Uhr, live im ZDF.
Nach dem 0:1 gegen Griechenland sagte der ARD-Experte: „Es fehlen Unterschiedsspieler. Wir sind keine Top-Mannschaft mehr. Wir sind im Mittelmaß angekommen!“
„Unsere Nationalmannschaft ist kein Mittelmaß!“ Matthäus sieht genug Spieler auf Top-Niveau und spricht stattdessen von einem Mentalitätsproblem.
In der Offensive Kai Havertz, Karim Adeyemi, Jamal Musiala und Florian Wirtz, im Zentrum Joshua Kimmich, in der Abwehr Jonathan Tah, Nico Schlotterbeck und Yann Aurel Bisseck. Nur auf der Rechtsverteidiger-Position sieht er ein Problem.
Felix Nmecha. Dessen Zweikampfverhalten beim 0:1 gegen Griechenland habe er so bei Borussia Dortmund nie gesehen, obwohl er sich selbst als Nmecha-Fan bezeichnet.
Heute, am Donnerstag, 1. Oktober 2026, um 20.45 Uhr in München, live im ZDF. Am Sonntag, 4. Oktober, folgt das Spiel in Griechenland, das RTL überträgt.







































