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·17. Januar 2026

"Trainer raus"-Rufe in Aachen: "Für ihn tut es mir am meisten leid"

Artikelbild:"Trainer raus"-Rufe in Aachen: "Für ihn tut es mir am meisten leid"

Auch im neuen Jahr bleibt es dabei: Auf dem heimischen Tivoli tut sich Alemannia Aachen unglaublich schwer. Beim 0:3 gegen den VfL Osnabrück kassierte der TSV am Samstag bereits die achte Niederlage im zehnten Heimspiel und ist nun bereits seit sechs Partien sieglos, was nach Spielende zu "Trainer raus"-Rufen führte. Lukas Scepanik brach eine Lanze für seinen Coach.

"Tut im Herzen weh"

Es war mit Spielende nicht zu überhören, das lautstarke Pfeifkonzert von den Rängen. Als die Mannschaft kurz danach in die Kurve kam, wurde sie direkt von den Anhängern zur Rede gestellt. Ein Fan war dabei in den Innenraum geklettert und redete emotional auf das Team ein. Währenddessen schallten wütende "Trainer raus"-Rufe durch den Tivoli. Bei vielen Anhängern ist Mersad Selimbegovic nach dem sechsten sieglosen Spiel in Folge angezählt, was nach der dritten Heimniederlage in Folge unter dem 43-Jährigen bei 0:8 Toren nicht überrascht. Den Anhängern erneut keinen Sieg geschenkt zu haben – und das ausgerechnet beim Spiel zum 125-jährigen Vereinsjubiläum -, "tut im Herzen weh. Das will keiner", sagte Selimbegovic bei "MagentaSport". Die Pfiffe und die Rufe müsse die Mannschaft über sich ergehen lassen.


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Auch Lukas Scepanik konnte den Frust der Fans "definitiv nachvollziehen", stellte sich aber schützend vor seinen Coach, der erst seit sieben Ligaspielen im Amt ist, aber nur fünf Punkte holen konnte: "Für ihn tut es mir am meisten leid. Das geht auch meinen Mannschaftskollegen so. Wir wissen, dass er mit Herzblut dabei ist, sich unglaublich viele Gedanken macht, total viel Input liefert, versucht, jede einzelne Stellschraube ein bisschen fester zu ziehen und uns teilhaben lässt." Gleichzeitig betonte der 31-Jährige, dass die Beziehung zwischen Trainer und Team "auf jeden Fall intakt ist. Das ist in keinster Weise ein Punkt".

"Zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison"

Was dagegen problematisch ist: Auch gegen Osnabrück kassierte der TSV mit der ersten Aktion des Gegners das 0:1 (7.) und ließ sich dadurch trotz des guten Beginns, als Gindorf und Schroers die Führung verpassten, aus der Bahn werfen. "Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison", hielt Scepanik fest. Selimbegovic sprach von einer "kalten Dusche" und zeigte sich bedient: "Das ist im Moment immer das Gleiche. Wir müssen in Führung gehen, schaffen das aber nicht. Dann kassieren wir den Rückstand, und das macht das alles schwerer. Das ist ein Schlag ins Gesicht." Zwar hatte die Alemannia auch danach noch Chancen, präsentierte sich aber insgesamt zu harmlos – und musste noch zwei weitere Gegentreffer hinnehmen (40. / 90.). Vor allem das 0:2 war dabei recht billig. Genau wie schon das erste Gegentor.

"Das hört sich brutal an, und ist natürlich ein bitterer Moment für uns, aber ich kann der Mannschaft wirklich nicht vorwerfen, dass sie nicht wollte", meinte Selimbegovic. "Natürlich sieht das eine oder andere ganz anders, dafür habe ich auch volles Verständnis. Aber wir haben alles außer Tore auf unserer Seite gehabt." Wie nun der Weg aus der Krise gelingen kann? Jedenfalls nicht mit "Hokus-Pokus", sondern mit dem Glauben, "das irgendwie zu drehen. Dafür brauchen wir einfach einen dreckigen Sieg. Dann kommen die Momente wieder auf unserer Seite", so der Chefcoach. "Noch ist die Welt nicht untergegangen. Ich bin weiterhin zuversichtlich."

Zwei Auswärtsspiele in Folge

Dass gegen Hoffenheim II und 1860 nun zwei Auswärtsspiele in Folge anstehen, kommt der Alemannia vielleicht sogar entgegen, wenngleich es die Gegner natürlich in sich haben. Scepanik blieb aber optimistisch: "Nach einem Spiel in der Rückrunde würde ich den Teufel noch nicht an die Wand malen. Klar, die Heimbilanz ist natürlich miserabel, keine Frage. Aber wir stehen wieder auf und müssen es besser machen." Sollte das jedoch nicht gelingen, dürften die Rufe gegen Selimbegovic noch lauter werden. Vor allem dann, wenn die Alemannia auch in den nächsten Wochen weiterhin unter dem Strich verbleiben sollte.

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