MillernTon
·29. August 2026
Vorbericht: FC St. Pauli – 1. FC Kaiserslautern (3. Spieltag, 26/27)

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Der FC St. Pauli empfängt den 1. FC Kaiserslautern und erwartet eine Mannschaft, die ihre Stärke bisher in der Defensive hat. Marcel Rapp gab sich vor der Partie sehr selbstbewusst.(Titelfoto: Peter Böhmer)
Insgesamt trafen der FC St. Pauli und der 1. FC Kaiserslautern 42-mal aufeinander. In der Bilanz hat Kaiserslautern zwar die Nase vorn, allerdings gewann der FCSP die letzten drei Aufeinandertreffen. Das letzte Mal spielten die beiden am 18. Spieltag in der Saison 23/24 gegeneinander, der FCSP gewann mit 2:0 und holte wichtige Punkte im Aufstiegskampf.
Beim FC St. Pauli hat sich in der Trainingswoche niemand verletzt, alle Spieler, die gegen Rot-Weiss Essen einsatzbereit waren, sind das auch am Sonntag. Worauf wir uns aber alle schonmal freuen können: Abdoulie Ceesay hat die gesamte Trainingswoche voll mitziehen können und ist wieder fit für das Wochenende. „Wir werden ihn vernünftig einsetzen. Wie lang das ist, werden wir dann noch sehen“, erklärte Marcel Rapp zur Rückkehr von Ceesay. Klingt nicht nach Startelf, aber schon nach Einsatzzeit für den 22-jährigen über den er noch sagte: „Wer die Vorbereitungsspiele gesehen hat, hat gesehen, was für Qualitäten er hat“. Bei unserem neuen Stürmer Youssoupha Niang wird es wohl auch kein Startelfeinsatz sein, vielleicht hat er aber die Chance, als Joker sein Debüt zu feiern, er ist nämlich auch einsatzbereit, so Rapp. Rony Jansson, Gísli Thórdarson und Mathias Pereira Lage sind alle weiterhin verletzt und fallen somit für die Partie aus.
Die neue Mittelfeldverstärkung Mario Sauer ist fit und wird morgen im Kader stehen, so berichtet es FCK-Trainer Torsten Lieberknecht auf der PK des 1. FC Kaiserslautern. Der von Straßburg ausgeliehene Angreifer Miloš Luković braucht hingegen wohl noch ein bisschen, bis er sein erstes Pflichtspiel für den FCK machen wird. Dieser hatte mit Muskelproblemen zu kämpfen und muss sich erstmal in die Mannschaft integrieren. Mittelstürmer Ivan Prtajin wird dem FCK weiterhin fehlen, genauso wie Offensivkraft Nathan Skyttä, der aufgrund einer Knieverletzung auch nicht dabei sein wird. Nachdem Torwart Julian Krahl sein Training Anfang der Woche verletzungsbedingt abbrechen musste, war die Sorge vor einem Ausfall groß. Doch Entwarnung, der Keeper wird gegen den FC St. Pauli spielen.
Der 1. FC Kaiserslautern ist direkt mit einigen schwierigen Gegnern in die Saison gestart. Am ersten Spieltag ging es gegen den VfL Wolfsburg, danach empfingen das Team im Südwestderby den Karlsruher SC. Beide Spiele endeten 0:0. Letzten Freitag ging es dann im intensiven DFB-Pokal-Derby gegen SV Waldhof Mannheim, wo sich der Zweitligist knapp mit einem 1:0 durchsetzen konnte.
Der FCK ist unter Torsten Lieberknecht eine Mannschaft, die laut Marcel Rapp vor allem auf Laufeinsatz, Zweikampfstärke und ein aggressives Spiel gegen den Ball setzt. Nach zwei torlosen Ligaspielen und dem Sieg in Mannheim steht defensiv zwar die Null, offensiv sucht Kaiserslautern aber noch nach mehr Durchschlagskraft.Die individuelle Qualität für mehr Offensivgefahr ist mit Spielern wie Berisha, Yardımcı und Kanaté weiterhin sehr hoch. Ein wichtiger Spieler bei den Roten Teufeln ist zudem Marlon Ritter. Der 31-jährige ist seit sechs Jahren Stammspieler und neben seinen technischen Fertigkeiten besonders durch seine provokante Art bekannt (Das Thema rund um Marlon Ritter wurde auch im „Vor dem Spiel“-Gespräch besprochen, ich empfehle es sehr, da einmal reinzuhören.).
Der 1. FC Kaiserslautern zeigte sich in den vergangenen drei Spielen defensivstark und ging jedes Mal ohne Gegentreffer aus dem Spiel. Dennoch erklärte Thorsten Lieberknecht kritisch: „Ja, wir haben Zu-Null-Spiele, aber in diesen Spielen haben wir auch Chancen zugelassen.“ Besonders hob er dabei die Distanzschüsse der Gegner hervor, die so einige Male gefährlich wurden. Der FCK hat in den zwei Spielen die fünftmeisten Abschlüsse zugelassen. Doch insgesamt verteidigte der FCK bisher ziemlich gut, sowohl am Boden als auch in der Luft. In den letzten drei Spielen (Pokal inklusive) hat es die Mannschaft durchschnittlich 34 mal geschafft, den Ball zu klären und hat einen PPDA-Wert von 10,3, was im Ligavergleich für ein eher hohes Pressing spricht. Marcel Rapp erklärte zu den Zu-Null-Spielen: „Die ganze Mannschaft verteidigt gut. Sie haben gute Kombinationen, aus Schnelligkeit, aus Erfahrung, aus Cleverness und einen guten Torwart, dass darf man auch nicht vergessen.“ Der Cheftrainer des FC St. Pauli machte jedoch klar, dass die guten Defensivleistungen des FCK keine Ausrede für den FCSP sein wird, seine Chancen nicht zu nutzen: „Trotzdem sehen wir uns nicht da, dass wir antreten und denken, wir können kein Tor schießen.“

Marcel Rapp gab sich sehr selbstbewusst vor dem Spiel des FC St. Pauli gegen Holstein Kiel. // (c) Stefan Groenveld
Sowieso gab sich Marcel Rapp vor der Partie sehr selbstbewusst („Es wird darum gehen, wie wir auftreten. Es liegt an uns, ob wir das Spiel gewinnen.“) und überzeugt, dass man auch gegen die starke FCK-Defensive erfolgreich sein könne: „Wir sind die Mannschaft, die mit am meisten Torchancen und gefährliche Aktionen hinter der Abwehr hat. Wir haben ein gewisses Selbstvertrauen, dass wir in jedem Spiel Chancen kreieren und Tore erzielen können. So werden wir auch auftreten.“ Auf die Frage, was er sich von diesem Spiel erwarte, erklärte er (ebenfalls selbstbewusst): „Erwarten tue ich schon mal einen Sieg. Ich glaube darum geht’s, wir wollen gewinnen. Was wir dafür tun müssen? Wir müssen einen guten Gegner bespielen, der wenig Chancen zulässt, der oft im 1:1 verteidigt, der in Standards gefährlich ist und der eine gute Mentalität hat.“
Sicher ist, dass dem FC St. Pauli nicht viel Zeit und Platz auf dem Rasen bleiben wird, wenn er denn gegen die mannorientierte Spielweise des FCK ein direktes Duell gewinnt und dadurch etwas Raum hat: „Die Mannschaft (Kaiserslautern) ist willig und laufstark, sie verteidigen alle zusammen. Das heißt, wir werden nicht so viele Sekunden haben, wo wir die Überzahl haben werden, aber dann müssen wir sie schon ausspielen.“ In seinem Team weiß der FCSP-Cheftrainer aber um die Bereitschaft, die schwere Aufgabe anzunehmen: „Ich habe die Jungs so wahrgenommen, dass sie voll fokussiert sind auf Kaiserslautern, auf die neue Aufgabe, im Heimspiel den Dreier zu holen.“
Für den FC St. Pauli wird es gegen den 1. FC Kaiserslautern vor allem darauf ankommen, das eigene Spiel auch gegen die erwartete Intensität des Gegners auf den Platz zu bekommen. Auf große Veränderungen in der Startelf würde ich dabei nicht setzen. Zwar freut sich der FCSP in der Offensive über zwei weitere Optionen, aber es ist unwahrscheinlich, dass davon jemand direkt in die Startelf rückt. Etwas wahrscheinlicher ist ein Startelfeinsatz von Eric Smith, der laut Rapp in dieser Trainingswoche „wieder einen Schritt“ gemacht habe. Möglich also, dass er im zentralen Mittelfeld von Beginn an auf dem Platz steht. Dann müsste entweder Joel Fujita oder Matti Rasmussen weichen. Ob das wirklich so kommt, werden wir dann am Sonntag sehen. Und wenn der FC St. Pauli so selbstbewusst auftritt, wie sein Trainer auf der Pressekonferenz, dann wird es am Sonntag den ersten Saisonsieg geben.
Forza!// Nike
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