Nur die Raute
·26. Februar 2026
Wegen Shell-Partnerschaft: HSV-Fans attackieren Vereinsführung!

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·26. Februar 2026

Teile der aktiven Fanszene des HSV haben deutliche Kritik an der Vereinsführung geübt – und das ist nicht zum ersten Mal.
In einer ausführlichen Stellungnahme unter dem Titel „Sponsoren, Haltung und soziale Nachhaltigkeit beim HSV“ formulierte der Förderkreis Nordtribüne e.V. mehrere Forderungen an den Klub. Insbesondere stellt er bestehende Sponsoring-Partnerschaften infrage.
Im Zentrum der Kritik steht dabei die grundsätzliche Ausrichtung des Vereins. Die Fans stellen die Frage, „welche Werte der HSV vertreten soll – und ob diese aktuell noch glaubwürdig gelebt werden“. Der Verein müsse eigenständig handeln und „mit klarer Haltung auftreten“, heißt es in dem Schreiben. Zwar erkenne man wirtschaftliche Zwänge im Profifußball an, dennoch gehe rund um den Bundesliga-Aufstieg „die Balance zunehmend verloren.“
Besonders deutlich äußert sich die Fanorganisation zur verlängerten Partnerschaft mit Shell. Im Juli des vergangenen Jahres gab der Aufsteiger eine Ausweitung der Zusammenarbeit bekannt. Diese Aktion habe die Gruppe „massiv enttäuscht“. Shell stehe „weltweit für die systematische Ausbeutung natürlicher Ressourcen, für problematische Arbeitsbedingungen in Förderregionen, für die Verzögerung von Klimazielen und für gezielte Desinformation.“
Dass der HSV die Zusammenarbeit zugleich als Nachhaltigkeitsmaßnahme kommuniziere, bezeichnet der Förderkreis als „klassisches Beispiel für Greenwashing“. Einzelne Projekte wie E-Ladesäulen könnten aus Sicht der Fans „keine glaubwürdige Strategie ersetzen“.

Foto: Getty Images
Neben dem Energiesponsor wird auch der Einstieg der Sparda-Bank als Anteilseigner der HSV Fußball AG kritisch bewertet. Der Förderkreis sieht darin einen Widerspruch zu früher formulierten Leitplanken für Investoren. Wer solche Regeln aufstelle, müsse sie „insbesondere dann anwenden, wenn es unbequem wird“, heißt es. Als mögliche Konsequenz regen die Fans an, die Anteile künftig an einen „wertekompatiblen Anteilseigner“ zu übertragen.
Über die Einzelfälle hinaus erkennt der Förderkreis ein strukturelles Problem. Dem HSV fehle derzeit „ein verbindliches, gelebtes Leitbild“, das wirtschaftliche Entscheidungen mit sozialer Verantwortung verbinde. Sponsoring werde vor allem finanziell bewertet, nicht inhaltlich.
Abschließend formulieren die Fans mehrere Forderungen, darunter neue Leitlinien für Sponsoren, mehr Transparenz bei wirtschaftlichen Entscheidungen sowie eine klare Abgrenzung von aus ihrer Sicht problematischen Partnerschaften. Gleichzeitig signalisiert der Förderkreis Gesprächsbereitschaft. „Natürlich sind wir jederzeit bereit, uns an der Gestaltung eines Leitbildes zu beteiligen. Es gibt Beispiele von Sponsorings beim HSV, die schon heute im Sinne eines solchen Leitbilds sind“, erklärten die Anhänger versöhnlich.







































