Wer führt Deutschland? Die Binde bekommt, wer am öftesten gespielt hat – und damit spricht fast alles für Gnabry | OneFootball

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·30. September 2026

Wer führt Deutschland? Die Binde bekommt, wer am öftesten gespielt hat – und damit spricht fast alles für Gnabry

Artikelbild:Wer führt Deutschland? Die Binde bekommt, wer am öftesten gespielt hat – und damit spricht fast alles für Gnabry

München. Wer führt die Nationalmannschaft am Donnerstag gegen Serbien aufs Feld? Joshua Kimmich ist mit dem ersten Kader abgereist, Nico Schlotterbeck, der als Kandidat galt, hat sich im Abschlusstraining eine Außenbandverletzung zugezogen. Jürgen Klopp wurde am Vorabend des Spiels danach gefragt – und antwortete, wie er es offenbar immer tut.

„Die Mannschaft wird von dem Spieler aufs Feld geführt, der die meisten Länderspiele hat“, sagte der Bundestrainer. „Das habe ich meine ganze Karriere lang so gehandhabt. Wenn der Spielerrat nicht auf dem Platz war, hat der mit den meisten Spielen die Binde getragen.“


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Was die Regel ergibt

Rechnet man sie durch, ist die Antwort eindeutig. Serge Gnabry ist mit 61 Länderspielen der erfahrenste Spieler im verbliebenen Aufgebot. Dahinter folgen Florian Wirtz vom FC Liverpool mit 46 und David Raum von RB Leipzig mit 39 Einsätzen.

Steht Gnabry in der Startelf, trägt er die Binde. Steht er nicht auf dem Platz, geht sie an Wirtz, dann an Raum. Klopp formulierte es selbst etwas lockerer: „Wenn der spielt, ist es der, wenn der spielt, der.“

Gesucht wird damit der 117. Kapitän in der Geschichte der Nationalmannschaft – eine Zahl, der Klopp erkennbar wenig Bedeutung beimisst.

Gnabry: vom Gegentor zur Binde?

Für Gnabry wäre es eine bemerkenswerte Wendung. Der 31-Jährige war erst nach über vier Monaten Verletzungspause in dieser Saison zurückgekehrt und gehörte zu den drei Spielern, die Klopp bewusst über die gesamte Länderspielphase bei der Mannschaft behalten wollte, um sie durchgehend zu betreuen. Von diesen dreien ist er der einzige, der noch fit ist – Jamal Musiala fällt mit einem Muskelfaserriss aus, Schlotterbeck seit Mittwoch mit der Sprunggelenksverletzung.

Seine bisherigen Auftritte unter Klopp waren durchwachsen. In Amsterdam verlor er in der Nachspielzeit den Ball, der zum 1:1-Ausgleich der Niederlande führte. Gegen Griechenland kam er in der 76. Minute und hatte drei Minuten später die beste deutsche Chance zum Ausgleich, scheiterte aber an Torwart Tzolakis. Ob er gegen Serbien in der Startelf steht, ließ Klopp offen.

Der Hinweis im Nebensatz

Interessanter als die Kapitänsregel war der letzte Teil von Klopps Antwort. Wenn gar keiner der drei spiele, sagte er, „ist es Jonas Urbig, der macht sein erstes Spiel“.

Es war als Scherz gemeint – ein Torhüter ohne Länderspiel als Kapitän. Aber der Nebensatz enthält eine Information, die Klopp so nicht angekündigt hatte: dass Urbig sein erstes Spiel macht. Der 23-Jährige vom FC Bayern gehörte als einer von fünf Torhütern zum Aufgebot, war in der WM noch Trainingstorwart und hat bislang kein Länderspiel bestritten. In Amsterdam stand Marc-André ter Stegen im Tor, gegen Griechenland Alexander Nübel. Nach Klopps Rotationsprinzip wäre Urbig gegen Serbien der Nächste.

Offiziell bestätigt ist das nicht. Aber Klopp hat in dieser Länderspielphase mehrfach gezeigt, dass er die Torhüterposition nicht vergibt, sondern verteilt.

Warum Klopp die Frage kleinhält

Der Umgang mit der Binde passt zu einem Bundestrainer, der mit einem 44er-Kader und zwei getrennten Aufgeboten arbeitet. Wer Spieler wechselt, wechselt zwangsläufig auch Hierarchien. Eine feste Regel nimmt dem Thema die Brisanz: Niemand wird ernannt, niemand übergangen, die Zahl entscheidet.

Ganz spannungsfrei ist die Kapitänsfrage in diesen Tagen trotzdem nicht. Kimmich hatte nach der Niederlage gegen Griechenland der Aussage von Bastian Schweinsteiger zugestimmt, das Team sei „im Mittelmaß angekommen“. Und das Umfeld beschäftigt sich mit Klopps Umgang mit dem etatmäßigen Kapitän, den er in dieser Phase nur für die ersten beiden Spiele eingeplant hatte.

Deutschland empfängt Serbien am Donnerstag um 20.45 Uhr in München. Nach einem Punkt aus zwei Spielen braucht die Mannschaft einen Sieg – egal, wer die Binde trägt.

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