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·19 January 2026

Toppmöller-Entlassung entlarvt Eintracht Frankfurts wahres Problem

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Die Trennung von Dino Toppmöller löst Frankfurts eigentliches Problem nicht. Dem Kader fehlt eine belastbare Achse, das Verkaufsmodell zeigt sportliche Grenzen.

Trainer raus – Krise gelöst? Das hofft man zumindest bei Eintracht Frankfurt. Die Entlassung von Dino Toppmöller war sportlich folgerichtig, vielleicht sogar überfällig. Doch das eigentliche Problem der Hessen beseitigt sie nicht.


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„Das war am Ende keine klassische Trainerfrage mehr“, sagt Peter Ahrens (Der Spiegel) im Fever Pit’ch Podcast. Natürlich trägt Toppmöller Verantwortung an der Gegentorflut, die Eintracht Frankfurt zur Schießbude der Bundesliga gemacht hat. Es ist ihm nicht gelungen, der Mannschaft defensive Kompaktheit und Stabilität zu verleihen. Der Alleinschuldige ist er aber nicht, sagt Ahren: „Die Entlassung wirkt wie der Versuch, ein strukturelles Problem personell zu lösen.“

Denn Frankfurts eigentliches Problem liegt tiefer. In der Kaderzusammenstellung. Frankfurt ist ein Team, das unter Idealbedingungen gut aussieht“, sagt Ahrens, „aber kaum Puffer besitzt, wenn etwas aus dem Gleichgewicht gerät.“

Die Eintracht hat Tempo, Qualität und Marktwert, vor allem offensiv. Was ihr aber fehlt, ist eine belastbare Achse, insbesondere im Zentrum: ein Spieler, der Ordnung herstellt, Räume schließt und das Spiel beruhigt. Spiele kippen nicht, weil Ideen fehlen, sondern weil es kein Netz gibt, das Fehler auffängt oder kollektive Formschwäche gleich mehrerer Leistungsträger kompensiert. Genau das ist kein Zufall, sondern Ergebnis eines Modells. Eintracht Frankfurt verkauft regelmäßig seine besten Spieler – sportlich wie emotional.

„Man verkauft damit auch Identifikation“, sagt Peter Ahrens. Und mehr noch: „Man verkauft auch sportliche Ziele – und das hat seinen Preis.“ Dieser Preis ist Instabilität. Wer immer wieder den Kern der Mannschaft abgibt, verliert Führung, Automatismen und Verlässlichkeit. Das lässt sich eine Zeit lang über Dynamik, Tempo und individuelle Qualität kaschieren. Doch sobald es eng wird, fehlt das Fundament. Dann wirkt der Kader nicht schlecht, sondern fragil.

Spätestens hier wird die Entlassung von Dino Toppmöller zur Klubfrage – und zur Frage der sportlichen Führung. Sportvorstand Markus Krösche hat Eintracht Frankfurt wirtschaftlich stark gemacht und als Verkaufsplattform etabliert. Doch sportlich hat dieses Modell Grenzen. Ein neuer Trainer kann Abläufe ordnen und Klarheit schaffen. Er kann aber nicht ersetzen, was strukturell fehlt. Die Toppmöller-Entlassung ist deshalb kein Befreiungsschlag. Sie ist ein Symptom. Sie entlarvt ein Problem, das tiefer reicht als die Trainerbank – und zwingt Eintracht Frankfurt zur unbequemen Frage, wie viel sportliche Instabilität man für wirtschaftlichen Erfolg dauerhaft in Kauf nehmen will.

Den kompletten Fever Pit'ch Talk gibt's zu sehen unter diesem Link.

Foto: Imago

Takeaways

– Die Entlassung von Dino Toppmöller wird im Talk als Versuch beschrieben, ein strukturelles Problem personell zu lösen.

Eintracht Frankfurt fehlt laut Peter Ahrens eine belastbare Achse im Zentrum, die Ordnung herstellt und Fehler auffängt.

– Der Kader wird als Team charakterisiert, das unter Idealbedingungen funktioniert, aber keinen Puffer besitzt, wenn etwas aus dem Gleichgewicht gerät.

– Das regelmäßige Verkaufen der besten Spieler wird als Ursache für den Verlust von Führung, Automatismen und Identifikation benannt.

– Sportvorstand Markus Krösche hat den Klub wirtschaftlich stark gemacht, doch das Verkaufsmodell zeigt laut Ahrens sportliche Grenzen.

– Die Toppmöller-Entlassung wird nicht als Befreiungsschlag eingeordnet, sondern als Symptom eines tieferliegenden Problems in der Kaderstruktur.

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