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·28. August 2026

Argumente für offensivere Rolle: Wurde Isak Johannesson beim 1. FC Köln bisher falsch eingesetzt?

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Erik Stalleicken

28 August, 2026

Mit dem Doppelpack am Montagabend gelang es dem Isländer, den 0:1-Rückstand gegen die Würzburger Kickers zu drehen und den FC im DFB-Pokal eine Runde weiter zu schießen. Das lag sicher auch an der offensiver ausgerichteten Rolle des 23-Jährigen. Wurde Isak Johannesson bislang beim 1. FC Köln zu defensiv eingesetzt?

Mit zwei Treffern, einer deutlich offensiveren Ausrichtung und einem guten Spiel avancierte Isak Johannesson zum Matchwinner gegen Würzburg. Damit liefert er weitere Argumente für eine andere Ausrichtung.

Isak Johannesson vom 1. FC Köln

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„Genau den!“ Lukas Kwasniok hatte im Dezember 2024 in der „At Broski“-Show eine klare Antwort auf die Frage, welchen Spieler von Fortuna Düsseldorf er sich aussuchen würde, wenn er die Wahl hätte. Gemeint war der heutige Kölner Isak Johannesson. Den linken Fuß des Isländers titulierte Ex-Trainer Lukas Kwasniok einst als „genial“ und bezeichnete Johannesson als seinen „absoluten Lieblingsspieler“ der Fortuna. Als die beiden dann letzten Sommer in Köln zusammentrafen, hofften daher einige Fans auf ein perfektes Match zwischen Spieler und Trainer. Doch so ganz schien der Isländer nicht ins Kwasniok-System zu passen und Johannesson wurde den Erwartungen an seine Verpflichtung nicht unbedingt gerecht. Insbesondere der jüngste Pokalauftritt sorgt für neue Argumente für eine offensivere Rolle des Nationalspielers. Wurde Johannesson beim 1. FC Köln bislang falsch eingesetzt?

Seltener Teil torgefährlicher Aktionen

Ein Blick auf die Zahlen seiner letzten Saison beim rheinischen Rivalen Fortuna Düsseldorf und der abgelaufenen Spielzeit beim FC liefert zumindest einige Argumente für eine andere Rolle als bisher. Besonders auffällig ist der Unterschied in der offensiven Präsenz des 23-Jährigen. Während Johannesson in seiner letzten Saison bei der Fortuna auf 1,54 Schüsse pro 90 Minuten kam, sind es beim FC nur noch 0,54. Auch sein xG-Wert fiel damit von 0,21 auf 0,05 erwartete Tore pro 90 Minuten. Der Isländer kam in Düsseldorf also nicht nur häufiger zum Abschluss, sondern war deutlich öfter an Aktionen beteiligt, aus denen eigene Torgefahr entstand.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Johannesson phasenweise die Elfmeter der Fortuna übernahm, wie auch im Derby, weshalb diese Werte ein klein wenig verschönert werden. Dennoch belegen weitere Statistiken den Rückgang in den Aktionen nach vorne. 4,33 gewonnene Offensivduelle sowie 1,28 erfolgreiche Dribblings in Düsseldorf stehen gerade einmal 1,85 beziehungsweise 0,81 in Köln gegenüber. In Liga zwei suchte der Isländer also deutlich häufiger das direkte Duell, um für Gefahr zu sorgen. Interessant ist dabei, dass die Werte für progressive Läufe und seine Ballberührungen im gegnerischen Strafraum mit einer Differenz von jeweils unter 0,09 nahezu gleich geblieben sind. Johannesson erreicht also weiterhin ähnliche Räume, kommt dort aber wesentlich seltener zu den eigenen torgefährlichen Aktionen, die ihn beim Rivalen noch so gefährlich machten.

Zentrales Element im Spielaufbau

Seine Passwerte belegen gleichzeitig, dass die tiefere Rolle beim FC keineswegs eine geringere Wichtigkeit für das Spiel seiner Mannschaft mit Ball bedeutet. Mit 41,51 Pässen pro 90 Minuten spielt er praktisch genauso viele wie vor seinem Wechsel, als der Wert bei 41,53 lag. Bei den Pässen ins letzte Drittel liegt er mit 6,35 sogar leicht über seinem Wert in Düsseldorf von 6,04. Sein Einfluss auf das Spiel hat also definitiv nicht abgenommen. Gleichzeitig ist aber auch, trotz tieferer Position, ein Rückgang in der Defensive erkennbar.

Während die Menge der Abfangaktionen von 2,53 auf 2,25 pro 90 Minuten nur gering abnahm, ging die Zahl seiner Defensivduelle von 5,37 auf nur noch 3,87 pro 90 Minuten deutlich zurück. Somit ist Johannesson beim FC zwar stärker aus der Tiefe in den Spielaufbau eingebunden, hat sich aber weder zum deutlich präsenteren Defensivspieler entwickelt noch seine offensive Gefahr aus Düsseldorf beibehalten. Genau diese Kombination macht die Positionsfrage interessant.



Denn die Zahlen zeichnen eher das Profil eines zentralen Mittelfeldspielers, der seine Qualitäten nicht ausschließlich aus der Tiefe heraus entfaltet. Der 23-Jährige bringt weiterhin die nötige Passqualität und das Spielverständnis mit, um den Spielaufbau zu dirigieren, gleichzeitig beweist der Rückgang seiner Offensivstatistiken, dass ihm durch die tiefere Rolle nahezu seine komplette Wirkung nach vorne genommen wurde. Auf der Acht könnte er weiterhin aus dem Zentrum das Spiel lenken, könnte gleichzeitig aber auch durch seine Progressivität mit und ohne Ball für deutlich mehr Torgefahr sorgen als auf der Doppelsechs. Ob die Acht tatsächlich die ideale Position für den Isländer ist, lässt sich aus den Zahlen allein natürlich nicht abschließend beantworten. Der jüngste Auftritt in Würzburg liefert dafür allerdings durchaus einen spannenden Vorgeschmack.

Matchwinner in offensiverer Rolle

Denn nach dem 0:1-Pausenrückstand bei den Würzburger Kickers wurde Johannesson in Halbzeit zwei offensiver eingesetzt und avancierte zum „Man of the Match“. Der Isländer sicherte mit seinem Doppelpack den 2:1-Auswärtserfolg und damit das Weiterkommen der Kölner im DFB-Pokal. „Isak war in der ersten Halbzeit etwas defensiver und sollte die Bälle verteilen. Dann haben wir in der Halbzeit umgestellt. Er konnte offensiver stehen und dort in die Aktionen kommen.

Beim ersten Tor wäre er dort nicht gewesen, wenn er defensiver gestanden hätte“, kommentierte Thomas Kessler die Partie des Isländers. Seine Leistung liefert also einen weiteren Nachweis für seine Qualitäten nach vorne. Nun liegt es an René Wagner, diese auch bestmöglich in sein System zu integrieren. Sollte dies erfolgreich gelingen könnte Johannesson womöglich endlich zeigen, warum Ex-Coach Kwasniok einst so große Stücke auf den technisch versierten Isländer hielt. Auf der PK am Donnerstag erklärte der Coach, dass man beim FC versuche, den Spieler nun häufiger in die Nähe der Box zu bekommen.

Wurde Isak Johannesson bislang beim 1. FC Köln zu defensiv eingesetzt?

Die Statistiken im Vergleich zu den Werten aus Zeiten bei der Fortuna sprechen zumindest dafür. Bei den Geißböcken ist Johannesson deutlich seltener an gefährlichen Offensivaktionen beteiligt als noch in Düsseldorf.

Auf welcher Position könnte Johannesson seine Stärken besser ausspielen?

Ein Rolle auf der Acht könnte besser zu seinem Profil passen. Dort könnte er weiterhin den Spielaufbau mitgestalten, aber auch on gefährlichere Räume kommen.

Was zeigte Johannessons Auftritt im DFB-Pokal gegen Würzburg?

Mit der offensiveren Rolle gelang es Johannesson, zwei Tore zu erzielen und somit zum Matchwinner des 2:1-Siegs gegen die Kickers zu avancieren. Damit liefert er weitere Argumente für eine offensiver ausgerichtete Rolle.

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