Treffpunkt Betze
·11. August 2026
Ein Punkt beim Topfavoriten – doch wie kam es dazu?

In partnership with
Yahoo sportsTreffpunkt Betze
·11. August 2026

Mit dem 0:0 am Samstagabend kann Kaiserslautern daher sicherlich gut leben. Doch welche taktischen Mittel machten diesen Punktgewinn möglich und woran muss der FCK im Saisonverlauf noch arbeiten? Treffpunkt Betze Taucht tief in den Matchplan der Roten Teufel ein.
Die taktische Grundordnung des FCK
Torsten Lieberknecht setzte auf eine 3-4-2-1-Grundordnung, die sich im Spielaufbau teilweise veränderte. Meist formierte sich der FCK in einem 3+1-Aufbau: Maxwell Gyamfi bildete den tiefsten Punkt, Jacob Rasmussen und Jan Elvedi positionierten sich etwas breiter davor. Fabian Kunze rückte als zusätzliche Anspielstation im Mittelfeld auf und wurde häufig von Robert Glatzel oder Muhammed Mehmet Damar zugestellt.

Breite und hohe Außenbahnspieler
Mika Haas und Simon Asta rückten sehr weit auf und standen teilweise auf der Höhe der offensiven Spieler. Durch ihre Positionierung an der Außenlinie wurde Wolfsburgs Defensive in die Breite gezogen. Gleichzeitig zwangen Marlon Ritter, Mërgim Berisha und Naatan Skyttä die Wolfsburger zu einer tieferen Mittelfeldpositionierung. Aus dem 4-2-2 gegen den Ball wurde so teilweise ein 5-3-2.
Die Szene zum möglichen Führungstreffer
In der 13. Minute nutzte der FCK diese Struktur besonders effektiv. Semih Sahin ließ sich mit Ball in die Abwehrkette zurückfallen und ermöglichte Jacob Rasmussen dadurch, sich breiter zu positionieren. Kaiserslautern überlud die linke Seite und zwang einen weiteren Wolfsburger Mittelfeldspieler nach außen. Dadurch entstand im Zentrum eine Überzahlsituation für den FCK.
Auch auf der rechten Seite ergab sich durch Fabian Reeses fehlende Defensivarbeit eine Überzahl für Simon Asta und Naatan Skyttä gegen Saël Kumbedi. Rasmussen und Mika Haas spielten ihr 2-gegen-2 auf dem Flügel gut aus, sodass Rasmussen bis zur Strafraumgrenze vorrücken konnte. Kumbedi konnte nur einen der einlaufenden FCK-Spieler aufnehmen, Simon Asta blieb frei und vergab Rasmussens perfekte Flanke zur Führung.


Die 55. Minute: Dasselbe Prinzip in einer neuen Variante
Auch in der 55. Minute brachte der FCK Wolfsburgs Defensive durch hohe Außenbahnspieler und die offensive Positionierung von Marlon Ritter aus der Ordnung. Die Wolfsburger formierten sich erneut in einem unkompakten 5-3-2, wodurch große Räume zwischen den Verteidigern entstanden.
Mërgim Berisha ließ sich zu Simon Asta entgegenfallen und zog Hauke Wahl aus der Kette. Dadurch öffnete sich ein großer Raum hinter der Wolfsburger Abwehr. Asta bespielte diesen Raum präzise, sodass Naatan Skyttä anschließend fast 30 Meter frei auf das Tor zulaufen konnte. Erst der starke Jakub Zielinski verhinderte den möglichen zweiten Treffer.



Wolfsburgs Umschaltspiel stellt den FCK vor Probleme
Diese sehr offensive Herangehensweise birgt natürlich auch ein gewisses Risiko. Gerade gegen diszipliniert hoch pressende Gegner wie Tobias Strobls VfL Wolfsburg können Ballverluste schnell problematisch werden. In einigen Situationen schaltete der VfL schnell um und konnte über seine Flügel Eins-gegen-Eins-Duelle mit den Lautrer Innenverteidigern erzeugen. Aufgrund des Temponachteils war es für den FCK schwierig, diese Duelle für sich zu entscheiden, wie das Beispiel Jan Elvedi gegen Fabian Reese zeigt.


Fehlende Zuordnung öffnet Räume vor der Abwehr
Besonders problematisch war dabei die defensive Zuordnung, ein Bereich, der sich beim FCK mittlerweile seit längerer Zeit als Baustelle erweist. Gegen ein Team wie den VfL, das schnell und kompakt nach vorne spielt, hatte das Lautrer Mittelfeld, insbesondere aber Fabian Kunze, häufig Schwierigkeiten, den jeweils einlaufenden Wolfsburger Mittelfeldspieler aufzunehmen und im direkten Duell zu verteidigen. Falsche Positionierungen führten oftmals zu großen Räumen vor der Abwehrkette, wodurch der VfL zu zahlreichen Abschlüssen von der Strafraumkante kam, wie auch die Shot Map zeigt.



Quelle: Treffpunkt Betze







































