Frühes-Tor.de
·2. Oktober 2026
Ist die DFB-Zeit von Kimmich abgelaufen? Experten tragen Mängelliste vor

In partnership with
Yahoo sportsFrühes-Tor.de
·2. Oktober 2026

Bild: Dean Mouhtaropoulos/Getty Images
Nach dem Sieg gegen Serbien entbrennt eine neue Debatte über die Stellung von Joshua Kimmich in der deutschen Nationalmannschaft.
„Für Kimmich wird’s eng“, titelte die FC-Bayern-nahe Abendzeitung nach dem 2:0-Sieg von Deutschland gegen Serbien. Der Kommentar gibt dabei nur wieder, was jeder Fan sehen konnte: Im zentralen Mittelfeld spielten Tom Bischof und Aleksandar Pavlovic überragend. Da, wo sonst Kapitän Joshua Kimmich den Ton angeben will.
Bundestrainer Jürgen Klopp war deshalb nach dem Erfolg in nahezu jedem Statement bemüht, zu betonen, dass dies nur ein Experiment im Mittelfeld gewesen ist, falls mal ein Spieler wie Joshua Kimmich verletzt fehlt. Klopp weiß natürlich, welche Baustelle er nun freiwillig aufgemacht hat: Der Status von Joshua Kimmich könnte nun auch intern hinterfragt werden. Von außen wird der Druck ohnehin mit jeder Woche größer.
Es begann nach dem nächsten WM-Debakel mit Experte Dietmar Hamann. Der Europameister von 1996 forderte den Rücktritt von Kimmich. Die Rechnung von Hamann war relativ simpel: „Mit Kimmich waren wir bei den letzten fünf Turnieren nie weiter als bis ins Viertelfinale. Da frage ich mich, warum das in zwei Jahren anders sein soll.“
Nach der Niederlage gegen Griechenland zuletzt unterfütterte dann Mario Basler die inhaltliche Kritik an Kimmich in seinem Podcast „Basler ballert“: „Kimmich ist kein Weltklasse-Spieler. Der ist ein normaler Mittelfeldspieler, der aber gefühlt wieder alle Eckbälle, alle Freistöße, alles schießen will und überall herumhüpft.“ Und: „Kimmich hat gefühlt in jedem Spiel die meisten Ballkontakte, weil er auch überall hinrennt. Jeder gibt ihm sofort den Ball. Ich weiß nicht, warum. Aber es kam nichts raus bei Kimmich.“
Bild-Experte Marcel Reif stimmte Mario Basler bei dieser Problembeschreibung aber nur einschränkend zu, nämlich dass Kimmich in der Vergangenheit ein „Helfer-Syndrom“ besessen habe: „Es gab mal Zeiten, da ist der herumgerannt wie ein Brummkreisel – überall, weil er alles lösen wollte, was weder bei den Bayern noch in der Nationalmannschaft wirklich hilfreich war.“
Nun aber, so Reif, sei Kimmich einer der besten deutschen Fußballer, weshalb er keine Zweifel am 31-Jährigen aufkommen lassen wolle. Dazu bediente sich Reif eines Bratwurst-Vergleichs:
„Wenn wir ganz nüchtern gucken: Was haben wir an Spielern, die auch schon Erfahrung haben? Und wir wollen uns irgendwann messen an Portugal, England und danach, wenn es noch besser wird, an Frankreich und dann an Spanien. Da brauchst du die Besten. Können Sie mir jetzt nachweisen, dass Kimmich nicht zu den besten Spielern in Deutschland gehört? Er ist ja nicht Kapitän geworden, weil alle anderen noch größere Bratwürste sind, sondern weil er etwas zu bieten hat – fußballerisch und als Figur.“
Da hatte Reif in dieser Woche wohl die Analyse des kicker nicht gelesen. Denn Deutschlands größtes Fußball-Fachmagazin hielt Kimmich vor: „Mit seinem Tempodefizit ist Kimmich im Kloppschen Ideal-Fußball keine Idealbesetzung.“ Andererseits betonte 2014-Weltmeister Bastian Schweinsteiger in der ARD, Kimmich sei derzeit der einzige Unterschiedsspieler im DFB-Team, der einzige, der „kreative Pässe“ spielen könne.
Kimmich wird in den kommenden Wochen sicherlich ein Hauptthema bei den Diskussionen um das DFB-Team bleiben.
Sein Ehrgeiz, seine Erfahrung, seine Erfolge auf Klub-Ebene und seine Kreativität in der Spielgestaltung mit den berühmten Chipbällen bleiben eine Bereicherung für das DFB-Team. Sein schwaches Defensivverhalten als Sechser, sein Tempodefizit und seine Abstimmungsprobleme mit den meisten Kollegen, die neben ihm im Mittelfeld gespielt haben (u. a. Gündogan, Nmecha), stehen auf der Mängelliste.
Bleibt die Frage: Passt Kimmich mit diesen Stärken und Schwächen zum dynamischen Fußball von Jürgen Klopp? Die Niederlage gegen Griechenland mit Kimmich im Team und der Sieg gegen Serbien ohne Kimmich in der Mannschaft lassen daran Zweifel aufkommen.







































