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·6. September 2026
Kommentar zum 1. FC Köln: Wie viel Stuttgart-Pleite steckte schon im Hoffenheim-Erfolg?

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Simon Bartsch
6 September, 2026
Die Niederlage gegen den VfB Stuttgart war in der Höhe verdient, nur sagt der Spielverlauf genauso wenig über die bevorstehende Saison aus, wie der 3:2-Erfolg der Vorwoche. Beide Ergebnisse dürfen nicht blenden.
Jahmai Simpson-Pusey kommt zu spät (Foto: Alex Grimm/Getty Images)
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Sie war schon erwartbar, deswegen aber wohl nicht weniger hart. Die Landung auf dem Boden der Realität kam in Stuttgart. Das 1:4 gegen den VfB war auch in der Höhe absolut verdient, vielleicht hätte es sogar noch höher ausfallen können. Selbst wenn die Kölner Protagonisten das Narrativ der zahlreichen Chancen, einem möglichen Kippen des Spiels bei einem ebenfalls möglichen Ausgleich sowie der Qualität des Gegners nach dem Spiel mehrfach platzierten. Thomas Kessler betonte, dass man nicht erwarten dürfe, dass jeder Schuss in der Bundesliga ein Tor bedeute. Recht hat er. Und das ist auch gut so. Die Begegnung wäre trotzdem verloren gegangen. Möglicherweise dann nicht 1:4 sondern 3:9 oder 4:11. Nach den Auftakterfolgen gegen Würzburg im Pokal sowie gegen Hoffenheim zum Ligastart, gepaart mit der Personalie Mikey Moore, herrschte in Köln wieder eine angenehme Euphorie, die die harten Wochen im Frühling letzten Jahres haben verblassen lassen. Eine Parallele zum Vorjahr deutete sich jedenfalls mindestens an.
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Nun ein 1:4, das in seiner Entstehungsweise bei vielen Fans Bauchschmerzen, ein schlechtes Gefühl hinterlassen haben könnte. 45 Minuten lang war die Kölner Defensive gegen starke Stuttgarter so heillos überfordert, dass man sich beim Aluminium-Gott sowie bei Marvin Schwäbe für das noch offene Spiel bedanken konnte. Vor nicht allzu langer Zeit hatten die Kollegen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ bei ihrer Einzelkritik mal die (neidisch anerkennende) kreative Idee, bei allen Feldspielern in die Bewertung einzig zu schreiben „Konnte sich bei Marvin Schwäbe bedanken“. Nach dieser ersten Halbzeit tauchte diese grandiose Benotung dann hinter der Stirn des berichtenden COFC-Reporters wieder auf. Nach dem Wechsel zeigten die Kölner ein anderes Gesicht, spielten mutig drauflos und hätten sich durchaus belohnen können, wurden dann aber kalt erwischt. Über 90 Minuten betrachtet geht das 1:4 also vollkommen in Ordnung. Und Thomas Kessler betonte zu recht, dass man gegen einen Champions-League-Teilnehmer mit drei Toren verlieren darf.
Das darf man. Tatsächlich sollte der Blick grundsätzlich aber vielleicht gar nicht so sehr auf das Ergebnis gerichtet werden. Natürlich kommt es bei der Endabrechnung nur auf die reinen Zähler, die Punkte, die Tore und damit zwangsläufig auf das Ergebnis an. Doch bei der Bewertung eines Spiels sollte man sich vom Resultat eben nicht blenden lassen. Will heißen: Der 2:1-Erfolg über die Würzburger Kickers war wichtig, um die nächste Runde im Pokal zu erreichen. Ein Klassenunterschied zwischen dem Drittligisten und den Geißböcken war vielleicht nur von der spielerischen Anlage zu erkennen. Der 3:2-Erfolg über Hoffenheim war so möglicherweise gar nicht für die Endabrechnung eingerechnet, bringt insofern ein Polster, kaschierte aber auch einige Unzulänglichkeiten, die sich vor allem in der Kölner Defensive zeigten. Übrigens Probleme, die es schon in dem ein oder anderen Testspiel gegeben hat. Gegen Paderborn gab es in zwei Duellen insgesamt sieben Dinger. Genauso darf das 1:4 gegen Stuttgart aber auch nicht blenden. Es war in der Höhe verdient, Köln die schlechtere Mannschaft, es gab aber durchaus auch positive Aspekte, die man jetzt nicht klein- oder schlecht reden oder gar vergessen sollte.
Der FC kam wieder einmal nach einem Rückstand spielerisch zurück. Die Impulse von der Bank haben das Spiel verändert, den Kölnern gut getan (wobei man durchaus fragen darf, warum der ein oder andere Lichtblick dann nicht auch in der Startelf stand). Die Geißböcke sind durchaus in der Lage, auch gegen Top-Teams Situationen spielerisch zu lösen und sich Chancen herauszuspielen. Die Wahrheit der Spielanalyse liegt also ganz sicher nicht im Resultat. Lehren können und müssen aus den Fehlern genauso wie aus den positiven Aspekten oder Abläufen gezogen werden. Am Ende kann man sich über die Punkte gegen Hoffenheim freuen und muss das 1:4 kritisch beäugen. Dann lautet die entscheidende Frage vielleicht nicht, wieso man beim VfB Stuttgart unter die Räder gekommen ist, sondern vielleicht eher: wie viel von der Pleite am Freitag schon im 3:2-Erfolg über Hoffenheim steckte.
Der VfB Stuttgart war dem FC über die 90 Minuten betrachtet in nahezu allen Statistiken überlegen. Auch in der Höhe war der Sieg verdient.
Der Offensivspieler wurde erst zur zweiten Halbzeit gegen den VfB Stuttgart eingewechselt. Thomas Kessler sprach von dem richtigen Timing für den Spieler.
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