Treffpunkt Betze
·30. November 2025
Leistungsverweigerung auf ganzer Linie

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Die Zielvorgabe war klar: Endlich wieder einmal in Braunschweig gewinnen. Der letzte Auswärtsieg datiert schließlich aus dem Jahr 2018, seitdem haben die Roten Teufel vier der vergangenen fünf Partien in Niedersachsen verloren. Torsten Lieberknecht musste seine Elf auf zwei Positionen verändern, da Maxwell Gyamfi gesperrt und Paul Joly verletzt fehlten. Neben Jan Elvedi begann der viel gescholtene Dickson Abiama als rechter Schienenspieler.
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Für den FCK bot sich somit die Gelegenheit, auf mehreren Ebenen ein Ausrufezeichen zu setzen: den dritten Auswärtssieg der Saison einfahren, bei einem Kellerkind, das sportlich nach vier Niederlagen in Serie angeschlagen ist, nachlegen und so den Anschluss an die Aufstiegsplätze halten. Und nicht zuletzt war es für Spieler wie Dickson Abiama eine Chance, endlich zu beweisen, dass sie eine Bereicherung sein können.
Doch schnell wurde deutlich, dass das Auswärtsspiel beim BTSV kein Selbstläufer werden würde. Wohl auch aufgrund der Ausfälle waren die Gäste aus der Pfalz auf eigene Absicherung bedacht. Hier zeigt sich nach wie vor ein zentrales Problem: Wenn der FCK nicht selbst agiert, sondern den Gegner kommen lässt, wird er zu passiv und bietet gefährliche Lücken. Gerade über Abiamas rechte Seite taten sich in der Rückwärtsbewegung große Lücken auf. Wenn es denn mal zu Umschaltmomenten kam, konnte Abiama zumindest ansatzweise seine Schnelligkeit ausspielen. Das allein reicht aber nicht. Insgesamt war das Spiel in Braunschweig für den 27-Jährigen eine weitere vertane Chance. Eine Weiterbeschäftigung über das Saisonende hinaus ist nur schwer zu rechtfertigen. Auch ein Abgang im Winter sollte in dieser Verfassung in Betracht gezogen werden.
Je länger die Partie dauerte, desto brenzliger wurde es im Lautrer Strafraum. Die unweigerliche Folge: Braunschweig ging nach gut einer halben Stunde in Führung und hätte in der Folge gut und gerne mit zwei oder drei Toren davonziehen können. Gegen Ende des ersten Durchgangs dominierte der Vorletzte der Tabelle die Pfälzer nach Belieben. So etwas darf einer Spitzenmannschaft nicht passieren! Es bleibt das in dieser Spielzeit schon oft beklagte Leid: Für die Spitzenpositionen in der Liga fehlt dem FCK die nötige Konstanz – insbesondere in der Fremde. Nach dem euphorischen Heimsieg über Kiel wäre die Partie in Braunschweig die Gelegenheit gewesen, eine Serie zu starten. Dass kurz vorher Skyttä als letzter Mann von Robin Heußer rotwürdig umgerissen wurde und dies folgenlos blieb, ist fast schon keinen Kommentar mehr wert. Eine klare Fehlentscheidung des Referees, dazu kein Einschalten des VAR. Was muss noch passieren, damit der DFB handelt? Schafft diesen VAR endlich ab!
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Die Roten Teufel verfielen weiter in ihre Passivität, die ihnen schon in Paderborn, Elversberg oder Hannover zum Verhängnis geworden war. Die Spieler aus der sogenannten zweiten Reihe konnten abermals nicht das Niveau der etatmäßigen ersten Elf halten. Gelingt es dem Gegner zudem, zentrale Akteure aus dem Spiel zu nehmen, hat der FCK kaum effektive Gegenmittel. Ein Paradebeispiel hierfür ist Naatan Skyttä. Gegen Kiel war er noch der unbestrittene Matchwinner, der mit seinem Hattrick Maßstäbe setzte. Doch der BTSV schaffte es, den Finnen quasi komplett aus dem Spiel zu nehmen. In der ersten Halbzeit hatte der 23-Jährige die drittwenigsten Ballkontakte aller Feldspieler – zu wenig, wenn man dreifach punkten will. 0,1 xGoals nach Halbzeit eins sprechen eine überdeutliche Sprache.
Vor der Partie hatte Torsten Lieberknecht zugegeben, natürlich auf die Tabelle zu schauen. Erfrischend ehrlich, denn das tut selbstredend jeder Sportler, auch zu einem frühen Zeitpunkt der Saison – nur geben es die wenigsten zu. Nach einer solchen Leistung fällt eine solche Aussage aber natürlich auf einen selbst zurück. Der Anschluss an die Tabellenspitze wurde nicht nur punktetechnisch verpasst, auch die Leistung reicht allenfalls fürs Mittelmaß. In den verbleibenden Spielen muss es nun darum gehen, sich mit einem guten Gefühl in die Weihnachtspause zu verabschieden, die nahezu makellose Heimbilanz zu wahren und zu beweisen, dass man gegen Kellerkinder wie Dresden und Magdeburg besser performen kann als in Braunschweig. Doch zuerst gilt es, in Berlin Revanche für die erste Heimpleite des Jahres zu nehmen und obendrein ins Viertelfinale des DFB-Pokals einzuziehen. Hierzu braucht es allerdings eine Leistungssteigerung auf allen Ebenen. Auswärts wohlgemerkt.
Abschließend noch eine Anmerkung zum Geschehen neben dem Platz: Die phänomenale Unterstützung der FCK-Fans haben wir an dieser Stelle schon unzählige Male hervorgehoben. Im Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin haben die Lautrer Anhänger bewiesen, wie einmalig sie sind. Aber das Zünden von Feuerwerkskörpern und Raketen, wie es in Braunschweig geschehen ist, hat jedoch weder mit Unterstützung noch mit schmückender Pyrotechnik zu tun. Beides hat in der Kurve schlicht nichts verloren. Vier Tage vor Beginn der Innenministerkonferenz, auf der es um die Sicherheit in deutschen Stadien gehen soll, erweist man den berechtigten Protesten gegen die Pläne der Politik einen Bärendienst. Dass unmittelbar nach der fälligen Spielunterbrechung das 2:0 der Braunschweiger fiel, ist natürlich nicht ursächlich, dafür aber sinnbildlich. Ein Tag zum Vergessen für die Roten Teufel.








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