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·17. August 2026
Quantitativ gut besetzt, doch noch nicht sattelfest: Dennoch harte Konkurrenz in der Innenverteidigung

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Matthias Wilhelm
17 August, 2026
Zwei Wochen vor dem Deadline Day sind noch nicht alle Lücken im Kader der Kölner gestopft. Bei den Feldspielern scheint aktuell die Innenverteidigung als einziger Mannschaftsteil komplett zu sein. Wagner stehen sechs Innenverteidiger zur Verfügung. Gegen Paderborn avancierte die Innenverteidigung zum Schwachpunkt der Mannschaft. In beiden Duellen kassierte der FC jeweils drei Gegentreffer innerhalb von rund 15 Minuten.
Droht Rav van den Berg beim 1. FC Köln die Bank?
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So wirklich sattelfest wirkte die Kölner Innenverteidigung in den letzten Tests vor dem Pflichtspiel-Auftakt in der kommenden Woche nicht. Gegen den Liga-Konkurrenten Paderborn gab es am Sonntag in 180 Minuten sieben Gegentore, davon jeweils drei innerhalb von gut 15 Minuten. „Das ist genau das, woran wir arbeiten müssen. Da sind wir nicht mehr ganz im Plan, da ist dann nicht mehr alles so sauber“, sagte René Wagner am Sonntag. Da müssen wir in der Phase dann auch Führung innerhalb der Mannschaft übernehmen. „Auch beim Test gegen den Zweitligisten Hertha BSC funktionierte die Innenverteidigung noch nicht wie erhofft. Dabei ist die Konkurrenz gerade in diesem Mannschaftsteil besonders groß. Nicht nur das. Eigentlich ist die Innenverteidigung unter den Feldspielern der einzige Mannschaftsteil, der bereits komplett ist. Transfers sind stand jetzt nicht mehr vorgesehen.
Ein Problem der Abstimmung? „Wir testen Kombinationen und schauen, dass sich am Ende die zwei besten durchsetzen.“ Unter diese pragmatische Überschrift stellte FC-Cheftrainer René Wagner im Anschluss an das Testspiel gegen Real Sociedad am Samstag vor einer Woche die unterschiedlichen Kombinationen, die es in der Vorbereitung in der Kölner Innenverteidigung bereits gegeben hatte. In der Abwehrzentrale herrscht tatsächlich ein harter Konkurrenzkampf. Zuletzt sprach der Übungsleiter der Geißböcke konkret meist über vier Kandidaten: Joel Schmied, Jahmai Simpson-Pusey, Rav van den Berg und Neuzugang Luka Lochoshvili. Alle vier bringen unterschiedliche Qualitäten mit. Schmied ist ein Führungsspieler, der auf dem Platz Verantwortung übernimmt. Könnte also genau die erhoffte Führung mit ins Spiel bringen. Obwohl Schmied nach seinem Wechsel im Januar 2025 zunächst einige Unsicherheiten in seinem Spiel hatte, konnte er sich stabilisieren und regelmäßig Leistungen auf einem konstant ordentlichen Niveau zeigen.
Deutlich weniger Anlaufzeit braucht Simpson-Pusey nach seiner Ankunft in Köln im Winter 2026. Der 20-Jährige konnte sofort überzeugen. Nach seiner Leihe wurde der junge Engländer in diesem Sommer von Manchester City fest verpflichtet. Trainer Wagner schätzt an ihm besonders, „dass seine Qualität mit Ball natürlich eine besondere ist.“ Seit diesem Sommer am Rhein spielt zudem Luka Lochoshvili. Der 1,92 Meter große georgische Innenverteidiger wurde für rund fünf Millionen Euro aus Nürnberg geholt. „Locho“ soll vor allem Torgefahr bei Standards durch sein gutes Kopfballspiel mitbringen. In der vergangenen Zweitligasaison erzielte der 30-fache georgische Nationalspieler fünf Treffer. Der vierte Anwärter ist der Niederländer Rav van den Berg. Acht Millionen Euro hat der FC vergangenen Sommer für ihn nach England überwiesen. Der große Durchbruch ist dem 22-Jährigen in seiner ersten Bundesligasaison nicht gelungen. Immer wieder wurde er von kleineren Verletzungen zurückgeworfen, überzeugte trotz seiner Qualitäten nur selten.
Obwohl René Wagner öffentlich von einem offenen Konkurrenzkampf spricht, in dem er „keine Poleposition vergeben kann“, könnten die jüngsten Testspiele trotzdem Aufschluss über das aktuelle Standing der einzelnen Spieler geben. Simpson-Pusey scheint dabei klar die Nummer eins zu sein. Neben ihm hat Linksfuß Lochoshvili wohl die besten Karten auf einen Platz in der Startelf. Seine frühzeitige Verpflichtung in diesem Sommer sollte dabei helfen, das Kölner Standardproblem der abgelaufenen Saison in den Griff zu bekommen. Im Laufe der Vorbereitung wurden seine Leistungen immer wieder positiv hervorgehoben. Hinter den beiden könnte Schmied gute Chancen auf die Rolle des ersten Ersatzmanns haben. Der Schweizer gilt als zuverlässig, kann sich schnell in eine Abwehrkette einfinden und direkt vorangehen. Außerdem machte er gerade im Trainingslager einen guten Eindruck.
Die Rolle von van den Berg ist derweil unklar. Er läuft womöglich Gefahr, zum Innenverteidiger Nummer vier degradiert zu werden. Das wäre sowohl für den Abwehrspieler als auch besonders für die Geißböcke ein Hinweis auf eine schwere Fehleinschätzung. Schließlich ist die Verpflichtung des Niederländers für die für FC-Verhältnisse sehr hohe Ablöse von acht Millionen Euro gerade mal ein Jahr her. Ob dieses Szenario jedoch wirklich so eintrifft und wie es in diesem Fall für van den Berg weitergehen würde, ist aktuell noch Zukunftsmusik. Auch wenn es zuletzt leise Gerüchte über ein Interesse von Vereinen wie dem FC Everton und West Ham aus England sowie Atalanta Bergamo aus der Serie A gab.
Für die beiden Leihrückkehrer Julian Pauli und Elias Bakatukanda scheint es in dieser Saison eher wenig bis keine Perspektive in Köln zu geben. Beide haben zudem aufgrund von Verletzungen Teile der Vorbereitung verpasst und müssen sich auch deshalb zunächst hinter den anderen einreihen. Pauli konnte in den beiden Tests gegen Real Sociedad zwar seine ersten Minuten sammeln, im Kampf um die Startelf wurde er von seinem Coach trotzdem erst einmal nicht erwähnt, gegen Paderborn fehlte der Youngster.
Für beide FC-Eigengewächse wäre eine erneute Leihe zum Sammeln von Spielpraxis eine Option. Dem Vernehmen nach soll aktuell nur Elias Bakatukanda verliehen werden. Im Saisonverlauf kehrt zudem auch Ex-Kapitän Timo Hübers zurück und könnte wieder zu einer ernsthaften Option für die Startelf werden. Wie sein Comeback nach schwerer Verletzung verläuft, bleibt aber abzuwarten. Sollte der 30-Jährige allerdings zu seiner alter Form zurückfinden, wird auch er im Kampf um die Anfangsformation ein Wörtchen mitzureden haben.
Der Konkurrenzkampf ist also groß, die Leistungen waren aber gerade gegen Hertha und Paderborn in der Defensive phasenweise alles andere als überzeugend. René Wagner sprach nach den Duellen davon, ausreichend Video-Material bekommen zu haben und nun noch einmal in einer ausführliche Analyse zu gehen. Der Trainer erklärte aber auch, dass die Spieler wüssten, woran man nun arbeiten müsse. „Es war ein guter Test gegen einen guten Gegner. Beide Mannschaften stehen eine Woche vor dem Pokalstart – zu dem Zeitpunkt war es der Test, den wir brauchten, um an ein, zwei Stellschrauben zu drehen, die jetzt wichtig werden.“ Dass das Team in der Innenverteidigung stabil stehen kann, zeigten die Testspiele gegen Real Sociedad.
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