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·9. Juli 2026

Warum die 17 Millionen Kaminski-Einnahmen nicht 17 Millionen Spieler-Ausgaben sind

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Warum die 17 Millionen Kaminski-Einnahmen nicht 17 Millionen Spieler-Ausgaben sind

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Simon Bartsch

9 Juli, 2026

Mit Jakub Kaminski hat der FC den zweitteuersten Abgang der Vereinsgeschichte zu vermelden. 17 Millionen Euro haben die Geißböcke für den Spieler erhalten. Doch Eins-zu-Eins werden die nicht in neue Spieler fließen beim 1. FC Köln: Warum Millionen-Einnahmen nicht gleich Ausgaben sind.

Zwar nicht die erhofften 20, aber immerhin 17 Millionen Euro hat der FC für Offensivspieler Jakub Kaminski aus Lissabon erhalten. Die sollen wieder in den Kader gesteckt werden. Doch es werden eben nicht 17 Millionen sein. Denn Einnahmen sind nicht gleich Ausgaben.

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Der Name ist klangvoll: Edson Álvarez – zumindest ist der Mexikaner in seiner Heimat eine Art Volksheld. Mehr als 100 Begegnungen hat der Mittelfeldspieler für sein Land bestritten, wurde einst für knapp 40 Millionen Euro nach West Ham verkauft. Und jener Edson Álvarez hat es nun in das Notizbuch von Thomas Kessler geschafft. Die Gespräche laufen, doch eine Einigung wird nicht leicht zu erreichen sein. Das hat zwei Gründe: Zum einen dürften die Gehaltsvorstellungen dann doch sehr weit auseinanderklaffen, zum anderen erscheint zumindest ein Kauf bei einem Marktwert von 15 Millionen Euro schwierig. Zumal West Ham eben 38 Millionen für den Spieler bei Ajax auf den Tisch gelegt hat. Nun steht auch eine Leihe im Raum. Und dann gibt es da die Idee, dass der FC doch gerade für Jakub Kaminski 17 Millionen kassiert hat, die könnte man doch nun gut in den neuen Kader stecken und plötzlich erscheint zumindest der Kauf von Álvarez gar nicht mehr utopisch. Oder doch? Mal ganz abgesehen davon, dass die Kölner gleich mehrere Baustellen zu schließen haben, bedeuten 17 Millionen Euro Einnahmen eben nicht 17 Millionen Euro für neue Spieler.

„Fallen die jetzt einfach in die Kasse? Die Antwort ist Nein!“

Das erklärt Philipp Türoff auch im aktuellen Podcast bei fc.de. Allerdings an einem Beispiel um einen (sich nicht anbahnenden, beispielhaften) Transfer von Said El Mala. „Die einfache Vorstellung, so ein Transfer würde zustande kommen und der 1. FC Köln bekommt jetzt mal 40 Millionen Euro. Fallen die jetzt einfach in die Kasse? Kann ich die einfach ausgeben? Die Antwort ist erst einmal: Nein“, sagt Türoff. „Wenn ich für einen Spieler, den wir für ein deutlich geringeres Geld gekauft haben, für eine solche Summe verkaufe, dann haben wir erst einmal als Unternehmen einen außerordentlichen Gewinn in unserem Geschäftsjahr erwirtschaftet und auf diesen Gewinn guckt als aller erstes Mal das Finanzamt.“

Die Rechnung 40 Millionen Euro für einen Spieler erhalten und die direkt in neue Spieler zu investieren, um auf eine Plusminus-Null-Bilanz vor dem Finanzamt zu kommen, sei auch nicht gegeben. „Wenn wir beispielsweise einen El Mala für 40 Millionen verkaufen und ich kaufe einen Spieler für 40 Millionen und gebe ihm einen Vierjahresvertrag, dann kostet er mich in den kommenden vier Jahren zehn Millionen bilanziell. Für die 30, die dann übrig bleiben, will das Finanzamt Steuern“, sagt Türoff. Eins-zu-eins können die kompletten Einnahmen aus rein steuerlichen Gründen schon gar nicht ausgegeben werden. Türoff unterscheidet dabei zwei Perspektiven, die im öffentlichen Diskurs regelmäßig vermischt werden. Auf der Liquiditätsebene kann ein Transfer tatsächlich nahezu neutral verlaufen — Geld kommt rein, Geld geht raus. Auf der steuerlichen Ebene sei das jedoch eine völlig andere Rechnung.

Verschiedene Faktoren nach Verkauf

Hinzu kommen weitere Faktoren, die den tatsächlichen Spielraum eines Transfers erheblich einschränken: Weiterkaufsbeteiligungen für den abgebenden Verein, Beraterkosten, Gehaltspakete für neu verpflichtete Spieler. Jeder Vertrag, den der FC abschließt, ist nicht nur eine einmalige Ausgabe — er ist eine langfristige Verpflichtung. „Mit jedem Vertrag lege ich fest, dass wir das Gehalt in den Folgejahren stemmen müssen.“ Und auch der Solidaritätsbeitrag, von dem die Geißböcke in der Vergangenheit immer mal wieder profitierten, ist ein Faktor. Im Fall von Jakub Kaminski erhalten Lech Posen, Szombierki Bytom und selbst der VfL Wolfsburg 800.000 Euro. Zudem betonte Türoff, dass die aktuellen Verkäufe ja auch in eine Zeit fallen, in der größere finanzielle Projekte wie der Bau des Leistungszentrums anstehen.

Nichtsdestotrotz hat der FC nun eine stolze Summe kassiert. Dem Vernehmen nach soll das Budget vor dem Abschied von Kaminski bei rund zehn Millionen Euro gelegen haben, nun kommt ein zweistelliger Millionenbetrag dazu. Der FC kann sich durchaus ein Regalfach höher anschauen. Eine Ausgabe von 15 Millionen Euro für einen Edson Álvarez macht das nicht wahrscheinlicher. Dort werden die Kölner nach einer anderen Lösung suchen.

Für die Anhänger, die sich also fragen, warum der 1. FC Köln nach dem Kaminski-Verkauf nicht sofort mit großen Neuverpflichtungen aufwartet, lautet die nüchterne Antwort: Weil Fußball-Transfers Unternehmenstransaktionen sind — mit Steuerpflicht, Bilanzregeln und langfristigen Verpflichtungen. Die Millionen, die ankommen, sind nicht dieselben Millionen, die ausgegeben werden können.


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