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·7. Mai 2026

Von wegen Frühjahrs-Kick: Der 1. FC Köln will einen positiven Abschluss, für Heidenheim geht es um alles

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Andreas Breuer

7 Mai, 2026

Die leidigen Rechenspiele der letzten Wochen haben ein Ende – zumindest fast. Mit sechs Zählern Vorsprung auf Wolfsburg und St. Pauli sowie dem deutlich besseren Torverhältnis ist dem FC der Klassenerhalt nur noch theoretisch zu nehmen. Trotzdem dürfte das bevorstehende Heimspiel gegen Heidenheim alles andere als ein lauer Frühlingskick werden – und das hat mehrere Gründe für den 1. FC Köln: Deswegen wird das Duell gegen Heidenheim noch spannend.

Während der FC praktisch gerettet ist, geht es für den 1. FC Heidenheim am Sonntagabend im RheinEnergieStadion im Abstiegskampf noch um alles. Aber auch für die Domstädter steht beim letzten Heimauftritt in dieser Saison noch etwas auf dem Spiel.

Die Mannschaft des 1. FC Köln feiert mit den Fans in der Kurve

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Köln kann Revanche nehmen

Erstens ist da noch eine offene Rechnung aus der Saison 2023/24: Als der FC am letzten Spieltag in Heidenheim antrat, war ein Kölner Klassenerhalt noch möglich. Hätte man beim damaligen Aufsteiger mit mindestens zwei Toren Unterschied gewonnen und Union Berlin gleichzeitig sein Heimspiel gegen Freiburg mit einer Zwei-Treffer-Differenz verloren, wäre der 1. FC Köln in letzter Minute auf den 16. Platz gesprungen. Dann wäre die Rettung über die Relegation gegen Elversberg noch greifbar gewesen. Doch der 3. Paragraph des kölschen Grundgesetzes „Et hätt noch emmer joot jejange“ war den Geißböcken einmal mehr nicht hold: Während Union sein Spiel gewann, schickte Heidenheim Köln mit 4:1 endgültig in Liga Zwo und qualifizierte sich selbst für die Conference League.

Im Duell der beiden Vereine am kommenden Wochenende ist erneut sportlicher Überlebenskampf angesagt – diesmal allerdings in erster Linie für die Truppe um Trainer-Legende Frank Schmidt. Die Heidenheimer haben aktuell drei Zähler Rückstand auf St. Pauli und Wolfsburg: Die treffen am letzten Spieltag aber noch aufeinander, sodass mindestens einer der beiden Kontrahenten noch punkten wird.

Heißt: Heidenheim braucht in Köln mindestens einen Zähler – und je nachdem, wie St. Pauli am Samstag in Leipzig und Wolfsburg gegen Bayern spielt, sogar zwingend drei – um seine Chancen auf den Relegationsplatz zu wahren. Diese Konstellation verspricht einen heißen Tanz in Müngersdorf. Revanchiert sich der so gut wie gerettete 1. FC Köln dabei mit einem Sieg für die Klatsche Anno 2024, wäre der Heidenheimer Abstieg besiegelt.

FC will versöhnlichen Saisonabschluss

Zweitens dürfte dem Effzeh daran gelegen sein, die Klasse aus eigener Kraft zu halten. Dafür fehlt lediglich ein Punkt. Wahrscheinlich will die Mannschaft ihren Fans im letzten Heimspiel der Saison aber eher einen Heimsieg schenken. Schließlich war die rot-weiße Anhängerschaft nicht gerade begeistert, dass ihr Herzensclub zuletzt bei Union Berlin eine 2:0-Führung noch aus der Hand gab.

Mit drei Punkten gegen Heidenheim könnte man die kölsche Seele also wieder versöhnlich stimmen. Das wäre zudem in einer Saison, in der die Domstädter ihr Ziel „Klassenerhalt“ erreicht hätten, ohne auch nur ein einziges Mal auf einem Abstiegsplatz zu stehen, ein würdiger Abschluss – zumindest zuhause. Denn ein erfolgreicher Schlusspunkt am letzten Spieltag beim FC Bayern München ist wohl – bei allem Respekt vor Heidenheim – eine ungleich schwerere Herausforderung.

Drittens werden die letzten Partien einer Spielzeit oft auch zum Charaktertest. Als der 1. FC Köln am 34. Spieltag in der Saison 2019/20 in Bremen 1:6 unterging und die Werderaner so noch an Düsseldorf vorbei auf den Relegationsplatz kletterten, hallte diese Packung in der Sommerpause spürbar nach. Zumal in den sozialen Medien teils auch „Wettbewerbsverzerrung“-Rufe laut wurden. Derartigen Vorwürfen aus Richtung St. Pauli und Wolfsburg durch einen erfolgreichen Auftritt gegen Heidenheim vorzubeugen, dürfte also im Interesse des FC sein.

Ein Heimsieg könnte Wagners Position weiter stärken

Viertens würde sich ein Sieg gegen Heidenheim auch gut in der Bewerbungsmappe von René Wagner machen. Der FC-Trainer sammelt noch Argumente für eine Weiterbeschäftigung über die aktuelle Spielzeit hinaus. Zwar hat der 37-Jährige das Saisonziel mit seinem Team so gut wie erreicht und steht zudem offenbar hoch in der Gunst von Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler, abschließend geklärt ist die Trainerfrage derzeit allerdings noch nicht (come-on-fc.com berichtete).

Last but not least ist eine bessere Tabellenposition auch für die zu erhaltenen Fernsehgelder von Bedeutung. Je besser der FC abschneidet, desto mehr Prämien fließen – vor allem perspektivisch – in die Kölner Kassen. Ein weiterer Grund, warum für den 1. FC Köln trotz praktischer Rettung am Sonntag noch etwas auf dem Spiel steht und sich eine Revanche gegen Heidenheim auszahlen könnte.


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